Q7-Windpark: Finanzierungsmodell mit Euromoney-„Deal of the Year Award“ ausgezeichnet

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Der niederländische Windpark „Q7“, welcher derzeit in der Nordsee errichtet wird, hat den renommierten „Deal of the Year Award“ gewonnen, berichtet Econcern in einer Pressemitteilung. Die Auszeichnung wird vergeben von den Magazinen Euromoney und Project Finance. Q7 habe in der Kategorie „Europe Renewable Offshore Wind“ auf Grund seiner besonderen und einzigartigen Finanzierungsstruktur überzeugt, die vor allem die Offshore-Windindustrie und darüber hinaus den gesamten Sektor der erneuerbaren Energien beeinflussen werde. Rund 23 Kilometer vor der Küste von Ijmuiden wird der Windpark Q7 derzeit gebaut. Da die Konstruktionsphase schneller als geplant verlaufe, seien dort bereits 42 Einzelpfähle errichtet, so Ecofys. Die 60 Windturbinen des Herstellers Vestas, jede mit einer Leistung von 2 Megawatt, werden bei einer Tiefe von 19,24 Metern errichtet.
Der Windpark wird den erzeugten Strom an ENECO Energy Trade B.V. liefern und von einem speziellen Förderprogramm profitieren, das Investitionen in Erneuerbare-Energie-Projekte in den Niederlanden unterstützt. Der Park wird rund 400 Gigawattstunden (GWh) Windstrom pro Jahr generieren, genug um 125.000 Haushalte mit Strom zu versorgen und 225.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid zu vermeiden. Die Bauphase begann Mitte 2006 und soll voraussichtlich am 1. März 2008 abgeschlossen sein. Die Gesamtinvestition beläuft sich laut Ecofys auf 383 Millionen Euro.

Erstmalig wird ein Windpark von Banken finanziert
Q7 ist ein einzigartiges Vorhaben, da es tatsächlich unter Offshore-Bedingungen erbaut und betrieben wird. Seine selbst tragende Finanzierung hat eine Gruppe internationaler Banken übernommen. Das bedeutet, die beteiligten Banken Dexia, Rabobank und BNP Paribas setzen neben dem begrenzten, von Sponsoren bereit gestellten Kapital ausschließlich auf das Projekt selbst, um mit dem daraus generierten Ertrag Zinskosten zu bedienen und die Kapitaltilgung vornehmen zu können. Dies stellt laut Ecofys einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von OffshoreWindprojekten weltweit dar.

Volles Risiko bei der Errichtung
Ein weiterer zentraler Aspekt des Q7-Projektes ist, dass die Finanzierung auch die Bauphase des Windparks abdeckt. Damit sei ein Problem gelöst worden, an dem bisher viele andere ähnliche Projekte in Europa nicht weitergekommen waren. Grund ist laut ECofys die vorsichtige Haltung von Vertragspartner beim Anbieten von Verträgen für die komplette technische Planung, Beschaffung und Konstruktion (EPS) – normalerweise eine Standardvoraussetzung für Projektfinanzierung und Sponsoren. „Q7 setzt auf eine bewährte Technologie (Vestas V80) und einen EPC-Vertrag mit einem angesehenen internationalen Offshore-Contractor (VanOordGruppe)“, so Dirk Berkhout, Vorstandsmitglied bei Econcern, einem Anteilseigner von Q7. Rabo, von Beginn an beteiligt, in Kombination mit Dexia, die später dazu stieß, sei zudem ohne Zweifel ein weiterer Eckstein des Projektes. Beide Banken würden nicht nur eindeutig beweisen, dass sie den Klimawandel ernst nehmen, sondern auch investieren, um entsprechende Erträge generieren zu können, betont Berkhout.

30.03.2007 | Quelle: Econcern | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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