Solar-Unternehmen Conergy AG will Umsatz-Milliarde bis Ende des Jahres erreichen

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Entgegen der eigenen Erwartungen habe die Conergy AG ihre Umsatzprognosen aus dem letzten Jahr verfehlt, kommentiert der Europressedienst Bonn in seinem Bericht zur Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am 30.03.3007. Um rund 50 Millionen Euro habe der Umsatz des Unternehmens unter den im Jahr 2006 angenommenen Prognosen gelegen; das Nettoergebnis habe der Konzern um rund zehn Millionen Euro verfehlt. Das Umsatzvolumen erweise sich mit 752,2 Millionen Euro im Jahr 2006 aber durchaus solide und sei – trotz der Einbußen – um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Jahresüberschuss der Conergy AG habe sich entsprechend um 8,6 Prozent auf etwas mehr als 30 Millionen Euro verbessert.
Der Vorstand des Unternehmens, das es im vergangenen Geschäftsjahr unter die „Top 5 Unternehmen“ der europäischen Solarthermie-Branche geschafft hat, begründete die nicht erfüllte Prognose mit einer zeitlichen Verschiebung von Verträgen in das erste Quartal 2007. Dennoch habe Finanzchef Heiko Piossek in Vertretung des Vorstandsvorsitzenden Hans-Martin Rüter eingeräumt, dass auch das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres zögerlich angelaufen sei. Hierfür machte er „saisonale Umstände“ verantwortlich, die in der Solarbranche üblich seien, kündigte aber gleichzeitig an, den Umsatz des Konzerns bis Jahresende deutlich über die Milliardengrenze auf 1,25 Milliarden Euro zu steigern. Das entspräche einem Umsatzwachstum von 60 Prozent, bei gleichzeitiger Verdopplung des Jahresüberschusses.

Weitere Diversifizierung, Großauftrag aus Südkorea
Nicht weniger ehrgeizig klinge auch die Wachstumsstrategie des Unternehmens, die Nikolas Krane, zuständig für das Projektgeschäft, erläuterte. „Wachstumsstrategie 50 / 50 / 08“ heißt der Plan, den Auslands-Umsatz des Unternehmens bis 2008 von den bislang 39 Prozent im Jahr 2006 auf 50 Prozent zu steigern. Deshalb investiere der Konzern nicht nur in den USA, sondern vor allem in die Zukunftsmärkte rund um das Mittelmeer, so Krane. In Spanien sei man mit dieser Strategie inzwischen Photovoltaik-Marktführer. Einen weiteren „großen Deal“ habe der Vorstandsvorsitzende Hans-Martin Rüter am 30.03.2007 in Korea an Land gezogen, bestätigte die Unternehmensführung. Durch den Auftrag zum Bau eines 20 Solarstrom-Kraftwerks mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt (MWp) für umgerechnet rund 90 Millionen Euro habe das Hamburger Unternehmen seine Marktführerposition in Südkorea weiter ausgebaut.
Neben den 50 Prozent Auslandinvestitionen soll bis 2008 die Hälfte der Umsätze außerhalb des Kerngeschäfts der Photovoltaik erwirtschaftet werden, – dafür steht die zweite 50 im Titel der Strategie. Boom-Märkte sieht das Unternehmen, das schon heute sehr viel breiter aufgestellt ist als die Konkurrenz, zukünftig stärker außerhalb der Photovoltaik. 80 Millionen Euro vermutet das Unternehmen allein im Sektor der Bioenergie und darüber hinaus noch einmal 60 Millionen Euro in der Solarthermie. Hier erwarte sich der Konzern auch seitens der Politik einen Anschub des Marktes, so Nikolaus Krane mit Blick auf das Wärme-Gesetz das Bundesumweltminister Sigmar Gabriel noch in diesem Jahr auf den Weg bringen will. „Dem sehen wir natürlich mit entsprechend großer Vorfreude entgegen“, sagte Krane.

Sinkende Preise beim Solar-Silizium erwartet
Gelassen gab sich der Vorstand der Conergy AG laut Europressedienst bei den Nachfragen zur Rohstoffversorgung. Feste Lieferverträge könne der Konzern derzeit nur bis Mitte des Jahres zusichern, darüber hinaus sei man aber in Verhandlungen mit den Lieferanten. „Sobald die Tinte unter den Verträgen trocken ist, werden wir das bekannt geben“, kündigte Heiko Piossek an. In der vertraglich noch nicht gesicherten Versorgung mit dem für Solarzellen wichtigen Rohstoff Silizium sieht das Unternehmen aber keinen Wettbewerbsnachteil. Im Gegenteil: „Wir erwarten ein Überangebot auf dem Siliziummarkt und rechnen daher im Laufe des Jahres mit sinkenden Preisen“, so der Vorstand. Je länger man warte, umso günstiger würden die Preise für den Rohstoff, so die Ansicht der Konzerspitze.

Alles aus einer Hand: Voll integrierte Modulfabrik in Frankfurt/Oder
Ganz neue Wege will der Konzern jetzt auch in Deutschland einschlagen. Mit dem Aufbau der weltweit ersten „voll integrierten Solarmodulfabrik“ erhofft sich Conergy zusätzlich ein großes Maß an Unabhängigkeit. „Wenn wir – wie in Frankfurt an der Oder geplant – alles aus einer Hand bieten können, dann werden wir trotz der zu erwartenden Preisanstiege im Modulbereich in den nächsten Jahren 'Cost-Leader' in diesem Segment sein“, so Piossek. Dementsprechend reduziere das Unternehmen bereits jetzt die Zahl seiner Modullieferanten von ehemals 20 auf derzeit acht strategische Partner. Die Aktie reagierte laut Europressedienst nervös auf die jüngsten Bekanntgaben aus Frankfurt. Das Papier sei am Freitag mächtig unter Druck geraten, habe zeitweise rund 6 Prozent verloren. Bei Börsenschluss stand der Kurs bei 54,62 Euro.

02.04.2007 | Quelle: Europressedienst Bonn | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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