Photovoltaik-Produktionsanlagenhersteller Roth & Rau: Der Branchenboom hält weiter an

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Am 03.04.2007 präsentierte die Roth & Rau AG, Hersteller von Anlagen für die Beschichtung von Solarzellen, in München ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2006 offiziell der Presse und den Analysten. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz konkretisierte der Konzern seine Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Nach Berechungen der Konzernspitze soll im Jahr 2007 ein Umsatz von rund 100 Millionen Euro erzielt werden. Dies spiegle den Optimismus der gesamten Photovoltaik-Branche wieder, die sich weiterhin positiv entwickelt.
Mit Wachstumsprognosen um die 20 Prozent liege Roth & Rau im Bereich der Schätzungen anderer Mitbewerber auf dem Photovoltaik-Markt, berichtet der Europressedienst Bonn über die Bilanzpressekonferenz. Als Grund für die guten Prognosen nannte der Konzern „die dynamische Auftragsentwicklung in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2007“. Allein im Januar und im Februar dieses Jahres habe das Unternehmen aus Hohenstein-Ernstthal nahe Chemnitz Auftragseingänge von 27,2 Millionen Euro verzeichnen können. Eine Rekordsumme, die schon jetzt 260 Prozent über dem Vergleichszeitraum – dem ersten Quartal 2006 – liege. Dabei seien Bestellungen sowohl für Plasma- und Ionenstrahltechnologie, als auch für Photovoltaik-Produktionsanlagen eingegangen. Letztere mache traditionell den größeren Anteil am Gesamtumsatz aus. Welche Auswirkungen die Prognosen von Roth & Rau auf den Kurs der Aktien haben werden, bleibe abzuwarten, so der Europressedienst.

Prognosen übertroffen – Konzern investiert weiter
Mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr errechnete die Konzernspitze ein Umsatzplus von etwas mehr als 28 Prozent. In konkreten Zahlen bedeute das Gesamterlöse von 42,8 Millionen Euro im Jahr 2006 bei einem gleichzeitigen Jahresüberschuss von 2,9 Millionen Euro. Aufgrund der Expansionspläne vieler Roth & Rau Kunden sieht das Unternehmen besonders im chinesischen Markt große Wachstumschancen. Das zeige sich auch bei der Umsatzverteilung nach Regionen. Der Auslandsanteil stieg dementsprechend von 61 Prozent auf nun knapp 75 Prozent. Dank der stabilen Auftragslage im Inland, werde ein großer Teil des Umsatzes aber nach wie vor in Deutschland erwirtschaftet, gab Roth & Rau jetzt bekannt. Als bedeutendste Investition des Jahres wies der Konzern neben der Aufstockung des Personals von 90 auf nun 137 Mitarbeiter den Bau des neuen Photovoltaik-Standorts Hohenstein-Ernstthal aus, der im September bezogen werden soll. Rund 8,5 Millionen Euro habe das Unternehmen für den Ausbau des Standortes bei Chemnitz investiert.

Strategische Partner für Dünnschicht-Photovoltaik gesucht
Überproportional werde in Zukunft die Dünnschichtsolar-Photovoltaik wachsen, so Roth & Rau im aktuellen Geschäftsbericht. Entsprechend wolle man im laufenden Jahr die Produktion durch eine Verstärkung der strategischen Partnerschaften deutlich ausbauen. Verhandlungen würden derzeit geführt. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Liechtensteiner Oerlikon Solar AG sei dagegen bereits beschlossen, bestätigte der Vorstand. Die Vorherrschaft der kristallinen Solarzellen sei durch die Entwicklungen der Dünnschicht-Technologie aber nicht gefährdet. Auch eine Tendenz zu sinkenden Preisen bei Solar-Wafern, Solarzellen und Modulen sieht man im Unternehmen eher gelassen. Bei gleichzeitiger Steigerung der Produktionskapazität und zunehmend größerer Effizienz stelle der zu erwartende Preisverfall kein Problem dar. Diese Annahme eines stabilen Marktes im Jahr 2007 decke sich mit den Prognosen der Konkurrenz. Bezogen auf die geografischen Entwicklungen der Branche zeigte sich der Konzern mit Blick auf den Mittelmeerraum zurückhaltender als andere Solar-Anbieter. Die politischen Rahmenbedingungen in Südeuropa werden die Markt-Entwicklung nach Ansicht von Roth & Rau etwas verlangsamen. Langfristig rechne man mit einer Verschiebung der Märkte nach Asien.

04.04.2007 | Quelle: Europressedienst Bonn | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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