Solar-Silizium-Konferenz: Experten sehen Ausweitung der Kapazitäten für den begehrten Rohstoff

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Auf der weltweit wichtigsten Solar-Siliziumkonferenz im Rahmen der „Photovoltaic Technology Show 2007“ in München ging es, wie erwartet, vor allem um die Entwicklung der Produktionskapazitäten. An den Diskussionsrunden nahmen 925 Besucher teil, 200 mehr als noch im vorigen Jahr, berichtet der Europressedienst Bonn. Da die Gewinnung von Solar-Silizium sehr aufwändig und kostenintensiv ist, hat sich im Zuge des Solarbooms der letzten Jahre ein Kampf um die vorhandenen Kapazitäten entwickelt. Philippe Welter, Herausgeber des Solarstrom-Magazins Photon, geht von einer Ausweitung der Herstellungskapazitäten aufgrund neuer Unternehmen auf dem Markt aus: „Wenn ein Drittel der Player die jetzt auf den Markt kommen aktiv werden, wird es genügend Silizium geben“, sagte Welter gegenüber dem Europressedienst. Dies sehe er durch die zunehmende Produktion bei Wafer- und Zellherstellern bestätigt.
Die Knappheit an Silizium hat zu einem starken Engagement in Forschung und Entwicklung alternativer und kostengünstigerer Herstellungs- und Reinigungsverfahren geführt. Genaue Informationen zur Kosteneffizienz und Siliziumqualität bei neuen metallurgischen Herstellungsmethoden, hielten die Unternehmen jedoch unter Verschluss.

Großunternehmen sichern Silizium-Nachschub durch Langzeitverträge
Kritisch äußerte sich Peter Woditsch, Vorstandssprecher der Deutsche Solar AG, bezüglich des Zugangs zu den künftigen Siliziumkapazitäten: „Es wird genügend Silizium geben. Die Frage ist, wer Zugang dazu haben wird“, so Woditsch. Damit spielte er auf die aktuelle Marktaufteilung an, in der die Siliziumkapazitäten durch Langzeitverträge mit Herstellern von einigen großen Firmen ausgeschöpft werden. Die langfristige vertragliche Bindung stelle für Großunternehmen momentan die einzige Möglichkeit dar, sich die für die Produktion benötigten Kapazitäten zu sichern, so der Europressedienst. Michael Rogol vom Bostoner Beratungsunternehmen Photon Consulting, sprach in diesem Zusammenhang von einem „aggressiven Wachstum auf Siliziumherstellerseite.“ Deshalb würden Hersteller wie beispielsweise die Solarworld AG und Isofoton mehr und mehr integrierte Ansätze bevorzugen und eigene Siliziumfabriken bauen, fasste er den Trend der vergangenen Zeit zusammen, Nach Angaben von Herausgeber Welter liegen die Preise der Langzeitverträge durchschnittlich bei 40 bis 50 US Dollar pro Kilogramm Silizium. Am Spotmarkt wird ein Kilogramm Silizium derzeit mit zirka 100 US Dollar gehandelt. Wenn die Kapazitäten zunehmen, bedeutet das für die vertraglich gebundenen Firmen, dass die von ihnen gezahlten Preise über dem frei gehandelten Marktpreis liegen könnten.

05.04.2007 | Quelle: Europressedienst Bonn | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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