Photovoltaik: Erste Gigawatt-Solarfabrik bereits vor 2010 möglich

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„In der Silizium-basierten Photovoltaik-Produktion wird es schon im Jahr 2009 erste Fabriken mit Kapazitäten jenseits der Gigawatt-Grenze geben“, prognostizierte M+W Zander FE-Geschäftsführer Robert Gattereder auf einer Fachkonferenz . Nach Gattereders Einschätzung wird eine solche „Fabrik der Zukunft“ durch den Aufbau von drei parallelen Fertigungsmodulen mit einer Kapazität von jeweils 350 bis 450 Megawatt realisierbar. Bei der Dünnschicht-Photovoltaik sei dagegen erst ab 2011 eine Gigawattproduktion in einem Modul zu erwarten. So müssten beispielsweise erst noch die Brennöfen zur Verarbeitung entsprechender Glassubstrate (3,21 mal 3,0 Quadratmeter) entwickelt werden.
Ein Ziel des drastischen Hochfahrens („Skalieren“) der Produktionskapazitäten für Solarzellen und –module ist, durch geringere Herstellungskosten die Wettbewerbsfähigkeit von solar erzeugtem Strom gegenüber anderen Energiequellen zu erreichen. Experten schätzen, dass dies im Laufe des nächsten Jahrzehnts umgesetzt wird. Die Gigawatt-Fabrik sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer solchen Massenproduktion, betont M+W Zander FE in einer Pressemitteilung.
Linienübergreifend installierte Photovoltaik-Produktionsmaschine soll Investitionskosten und Platzbedarf senken
Zu diesem Zweck habe M+W Zander das „Smart-Farm“-Konzept für wafer-basierte Produktionsprozesse entwickelt. Es übertrage Erfahrungen aus der Automobil- auf die Photovoltaikindustrie. So ersetze bei einzelnen Prozessschritten eine einzige linienübergreifend installierte Maschine die ansonsten in jeder Linie vorhandenen Maschinen, was sowohl die Investitionskosten als auch den Platzbedarf senke. Die Versorgung mit Chemikalien, Gasen und Reinstwasser erfolge zentral nach der jeweiligen Funktion. Ein hoher Recyclinggrad besonders bei Reinstwasser und Chemikalien sowie eine optimierte Lagerlogistik tragen laut Gattereder ebenfalls zur Senkung der Kosten bei.

BHKW können Energieverbrauch der Fertigung reduzieren
Beim Energieverbrauch sieht der M+W Zander FE-Geschäftsführer weiteres Einsparpotenzial, etwa durch Einsatz von Blockheizkraftwerken (BHKW). Diese Kraftwerke nutzen bei der Stromproduktion anfallende Wärme, um zusätzlich Dampf, Heiß- und Kaltwasser („Trigeneration“) zu erzeugen. Gleichzeitig lassen sich so die CO2-Emissionen einer Photovoltaik-Fabrik bis zu 70 Prozent senken. Insgesamt könnten durch das Smart-Farm Konzept rund 25 Prozent der Investitionskosten eingespart werden, so Gattereder.

Integration der silizium-basierten Wertschöpfungskette
Das Smart-Farm Konzept von M+W Zander integriert die verschiedenen Glieder der silizium-basierten Wertschöpfungskette. Von der Bearbeitung der Silizium-Grundsubstrate („Wafer“) über die Produktion der Solarzellen bis hin zur Modulerstellung wird also alles unter einem Dach gebündelt. Gattereder wies in seinem Vortrag allerdings darauf hin, dass es bei bestimmten Großaufträgen wirtschaftlicher sein könne, das Zusammenfügen der Zellen zu Modulen am künftigen Einsatzort durchzuführen.
Folien zum englischsprachigen Vortrag können über folgenden Link abgerufen werden unter www.mw-zander.com

13.04.2007 | Quelle: M+W Zander FE GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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