World Energy Dialogue: Energie muss besser genutzt werden

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Dass fossile Energieressourcen schon heute knapp sind und künftig noch knapper werden ist schon lange kein Geheimnis mehr. Diese Entwicklung, die den erneuerbaren Energien in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes Aufwind verschafft hat, ist hinlänglich bekannt, heute viel diskutiert und inzwischen großteils auch im öffentlichen Bewusstsein verankert. Doch ein weiterer Aspekt – die effiziente, also die bewusste und sparsame Nutzung der verfügbaren Energie – rückte auf der diesjährigen Hannover Messe zunehmend in den Vordergrund. Erstmals hatte die Messe jetzt die Verbesserung der Energieeffizienz zu einem branchenübergreifenden Thema für alle Industriesektoren erklärt und veranstaltete, zusätzlich zur Leitmesse „energy 2007“ auf der sich die erneuerbaren Energie präsentieren, ein Diskussionsforum zur Effizienz.
Im Rahmen des „World Energy Dialogue“ diskutierten vom 17. bis zum 19. April hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbandswesen Strategien, wie die Erzeugung und die Verteilung von Energie künftig effizienter gestaltet werden kann. Moderator des dreitägigen Forums war, neben Ex-Umweltminister Klaus Töpfer, der Präsident des World Business Council for Substainable Development, Björn Stigson.

Rund 60 Prozent der Energie gehen heute noch verloren
Ein immer wiederkehrender Diskussionspunkt war, neben einer nachhaltigen Verbesserung der Verteilungs- und Zuleitungswege wie sie ABB Vorstandsmitglied Joachim Schneider anregte, die Effizienzsteigerung bei der Herstellung von Energie. Derzeit gingen noch rund 60 Prozent der Energie ungenutzt verloren, erinnerte Wolfgang Schröppel, Vorsitzender des ETG im VDE e.V.. Etwa die Hälfte davon verpuffe bei der Umwandlung von Primär- in Sekundärenergie – etwa bei der Gewinnung von Strom aus fossilen Energieträgern – die andere Hälfte gehe beim Endverbraucher durch zu sorglosen Umgang mit den Ressourcen verloren. Dieses Beispiel mache deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung die Energieeffizienz habe. Nach Ansicht des Verbandes seien – durch eine verbesserte Wirtschaftlichkeit bei der Energienutzung – CO2-Einsparungen von rund vier Millionen Tonnen alleine in Europa realisierbar. Und das ohne teure Investitionen, sondern lediglich durch eine verbesserte, effizientere Abstimmung einzelner Produktionsabläufe.

Erneuerbare Energien müssen sich ebenfalls an der Effizienz messen lassen
Ähnlich argumentierte auch Joachim Schneider, Vorstandsmitglied der ABB. Als weltweit führender Konzern in der Energie- und Automatentechnik liegt das Hauptaugenmerk für Schneider vor allem in einem schrittweisen Um- und Ausbau der bestehenden Zuleitungsnetze. Energieeffizienz sei ohne eine funktionierende Infrastruktur nicht umsetzbar, unterstrich Schneider: „Ohne den Ausbau der Stromnetze wird auch ein Ausbau der regenerativen Energien nicht möglich sein.“ Eine der größten Herausforderungen im Zusammenhang mit den Erneuerbaren liege nämlich darin, den Strom von dort wo er gewonnen wird an den Kunden weiterzuleiten. Und das mit möglichst geringen Verlusten. Gerade Energiequellen wie Wind- oder Wasserkraft seien häufig stark an geografische Gegebenheiten gebunden. Zudem lägen in der Praxis besonders wind- oder wasserreiche Regionen meist in großer Entfernung zu den Stromabnehmern. Ein Transport sei daher unvermeidlich.

Transport erneuerbarer Energien über riesige Distanzen
Welche Herausforderungen die Zuleitung von Strom künftig stelle, werde auch deutlich, wenn man sich Flächenstaaten wie die USA anschaue. Hier müssten teilweise riesige Distanzen zwischen Wasserkraftwerken, Windanlagen und Solar-Parks sowie den jeweiligen Stromverbrauchern überbrückt werden. Gute Ansätze für einen effizienten Netzbetrieb auch über lange Strecken zeigen sich nach Ansicht von ABB in China. Europa dürfe hier nicht den Anschluss verlieren, mahnt Schneider.

24.04.2007 | Quelle: Europressedienst Bonn | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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