Club of Rome: Sigmar Gabriel und Utz Claassen für Solarstrom-Importe aus den Wüsten

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Sie seien sich selten einig, doch Idee vom sauberen Solarstrom aus den Wüsten, die in der aktuellen Studie TRANS-CSP des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht wurde, fasziniere Bundesumweltminister Gabriel und EnBW-Chef Claasen gleichermaßen, berichtet die Deutsche Gesellschaft des Club of Rome in einer Pressemitteilung. Wenige Wochen nachdem Utz Claassen, Chef des Energiekonzerns EnBW, in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau meinte, Ökostrom aus Nord-Afrika könne den Durchbruch zu einer klimafreundlichen Stromversorgung in Europa bringen, werte nun auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel dieses Konzept als „bahnbrechend“, heißt es in der Pressemitteilung.

Gabriel: Bahnbrechende Idee ist bereits heute technisch umzusetzen
In seiner Rede auf der Ministerkonferenz im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft „Renewable energy and energy efficiency in the European neighbourhood policy“ bezog sich der Bundesumweltminister auf aktuelle DLR-Studien zu solarthermischen Kraftwerkspotenzialen und betonte, solarthermische Kraftwerke könnten eine wichtige Rolle zur Sicherung einer nachhaltigen europäischen Energieversorgung spielen. „Die Idee ist bahnbrechend: das bedeutet, dass wir in 20 bis 30 Jahren einen Teil unserer Energie mit solarthermischen Kraftwerken produzieren können“, so der Minister, „all das ist bereits heute technisch machbar“.

Kombination importierter und europäischer erneuerbarer Energien
Das von einer Initiative des Club of Rome entwickelte und zusammen mit dem DLR untersuchte DESERTEC-Konzept sieht unter anderem vor, die Meereswasserentsalzung und Stromerzeugung in Nord-Afrika und im Nahen Osten mit Hilfe von solarthermischen Kraftwerken und Windparks voranzutreiben. Ein groß angelegter Bau solarthermischer Kraftwerke würde nach Prognosen des DLR langfristig Strom-Erzeugungskosten von vier bis fünf Eurocent pro Kilowattstunde ermöglichen. Ein Teil des sauberen Stroms soll mit Hochspannungs-Gleichstromleitungen (HGÜ) in die Ursprungsländer und ab dem Jahr 2020 mit nur drei Prozent Übertragungsverlust je 1.000 Kilometer auch bis nach Europa geleitet werden. Durch eine Kombination importierter und europäischer erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und CO2-Abscheidung, soll nach den Studien des DLR eine sichere Stromversorgung möglich werden sowie die Senkung der durch die herkömmliche Stromerzeugung verursachten CO2-Emissionen in Europa bis 2050 um bis zu 70 Prozent – und das bei langfristig sinkenden Stromkosten.

27.04.2007 | Quelle: Deutsche Gesellschaft des Club of Rome | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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