Windenergie-Rekord in der EU: 48 Gigawatt Leistung installiert

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Die Europäische Union hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord verzeichnen können und verfügt nun dank 7613,3 neu installierter Megawatt Windenergieleistung über einen Windenergiepark mit einer Gesamtleistung von 48.042,3 MW. Das berichtet das von der EU-Kommission geförderte Projekt „EurObserv’ER“ in einer Pressemitteilung. Außerdem konnte das Jahr 2006 mit positiven Überraschungen und Bestätigungen verschiedener Prognosen aufwarten wie zum Beispiel dem erneuten Anziehen des deutschen Marktes und dem lange erwarteten Abheben der Branche in Frankreich.
Wie erwartet habe sich der englische Markt weiterhin positiv entwickelt, während der portugiesische Markt seinen spektakulären Aufschwung bestätigen konnte. EurObserv’ER stellt die aktuelle Entwicklung dieser Branche in seinem Windenergiebarometer Nummer 177 der französischen Zeitschrift Systèmes Solaires dar.

21 GW in Deutschland und 12 GW in Spanien
Nachdem der deutsche Markt zunächst drei Jahre lang zurückgegangen war, konnte er laut EurObserv’ER im Jahr 2006 dank einer neu installierten Kapazität von 2.233 MW erstmals wieder ein Wachstum verzeichnen. Die Gesamtkapazität des deutschen Windenergieparks beträgt demnach 20.622 MW, also 425 MW mehr als im Jahr 2005. Dies entspreche einem Wachstum des Marktes von 23,5 %. Spanien bleibe 2006 dank einer neu installierten Leistung von 1.587 MW weiterhin zweitgrößter Markt der europäischen Union und verfüge heute über eine Gesamtleistung von 11.615 MW. Der italienische Windenergiemarkt mit zusätzlich installierten 417 MW geht – verglichen mit dem Vorjahr in dem noch 453 MW installiert wurden – leicht zurück. Großbritanniens Markt wächst mit einer zusätzlichen Kapazität von 631 MW wie erwartet weiter stark; 90 MW entfallen hiervon auf den Offshore-Park „Barrow“. Die Gesamtwindenergieleistung Großbritanniens beträgt somit 1.963,9 MW, 304 MW davon Offshore. Frankreich tritt 2006 mit einer Leistung von insgesamt 1.635 MW, einschließlich seiner Überseegebiete, an die dritte Stelle noch vor Großbritannien mit 880 MW. Die Kapazität des portugiesischen Windenergieparks liegt geringfügig höher als jene Frankreichs: die dort im Jahr 2006 neu installierten 673 MW heben die Gesamtkapazität Portugals an auf insgesamt 1716 MW und bestätigen ein beschleunigtes Wachstum des Marktes.

Entwicklung der Industrie wird durch Mangel an Bauteilen gebremst
Ebenso wie die Photovoltaik-Industrie sieht sich auch die Windenergieindustrie mit einem Mangel an wesentlichen Bauteilen für die Herstellung von Windkraftanlagen konfrontiert, besonders bei Getrieben und Rollenlagern. Dieser Mangel, der in Finanzberichten mehrerer Hersteller erwähnt wird, könnte das Wachstum des Windenergiemarkts zumindest während der nächsten zwei Jahre stark einschränken, so EurObserv’ER. Trotz des erhöhten Risikos für die Hersteller bleibe die Lage insgesamt auf Grund umfassender Auftragslisten positiv und sehe darüber hinaus auch auf internationaler Ebene viel versprechend aus. So könne momentan die europäische Windenergieindustrie neue Märkte erobern wie zum Beispiel die USA, China und Indien, also Länder, die bereits einen starken Aufschwung der Windenergie verzeichnen. Außerdem konnten zahlreiche Hersteller die gegenwärtige Phase des starken Aufschwungs, die eine ideale Voraussetzung für Preiserhöhungen von Windkraftanlagen böte, zur Sanierung ihrer finanziellen Lage und zur Bestätigung ihrer Position nutzen. „Die Hersteller konnten somit nach einer jahrelangen Schwächung aufgrund der durch Firmenverkäufe und -übernahmen bedingt industriellen Umstrukturierung endlich wieder Fuß fassen“, hält EurObserv’ER fest.

Neue Prognose: 89.000 MW installierte EU-Windenergie-Leistung bis 2010
Die Perspektiven für die Windenergie in der Europäischen Union sind laut EurObserv’ER derzeit sehr positiv. Deutschland und Spanien seien heute nicht mehr die einzigen Länder, die für ein Wachstum der Branche sorgten: Frankreich, Großbritannien, Portugal, Irland und andere Länder scheinen fest entschlossen, ihre nationalen Windenergieindustrien zu fördern. Diese neuen Aussichten haben EurObserv’ER dazu veranlasst, die für 2010 gemachten Prognosen komplett neu zu bewerten. Für 2010 rechnet EurObserv’ER nun mit 89.000 MW installierter Leistung. Diese Schätzung gehe über das neue Ziel der European Wind Energy Association EWEA hinaus (80.000MW bis Ende 2010). Wesentlicher unbekannter Faktor sei hierbei die Fähigkeit der Industrie mit den Erwartungen Europas Schritt zu halten. Denn der Mangel an Bauteilen sorge bereits heute für Lieferungsverzögerungen von Windkraftanlagen. Es sei damit zu rechnen, dass die notwendigen Investitionen vorgenommen werden, um das europäische Wachstum auf möglichst hohem Niveau zu halten, heißt es im „Windenergie-Barometer“.
Die „Barometer“ von EurObserv’ER können als PDF-Dokumente heruntergeladen werden unter der Adresse http://www.eufores.org/, zum Beispiel das Solarwärme-Barometer, das Photovoltaik-Barometer und das Windenergie-Barometer.

27.04.2007 | Quelle: EUFORES | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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