Vortrag in der Woche der Sonne: 100 % Erneuerbare Energien sind möglich

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Im voll besetzten Güterschuppen in Westerstede referierte der Aachener Energieexperte Dr. Eberhard Waffenschmidt auf Einladung von Westerstede Solar e.V. über die praktischen Möglichkeiten, Deutschlands Gesamtenergiebedarf auf der Basis jetzt schon vorhandener Technologien zu 100 % aus regenerativen Quellen zu speisen. Waffenschmidt geht davon aus, dass mit Hilfe von Energieeinsparungen bereits rund 40 % des gesamten heutigen Energieverbrauchs von zirka 2.400 Milliarden Kilowattstunden eingespart werden können.
Dies könne geschehen unter anderem durch flächendeckende Wärmedämmung der Gebäude im Bestand, der Einsatz von Energiesparlampen und anderen sparsameren Elektrogeräten, die Abschaltung der Stand-by-Funktionen vieler Geräte, die Umstellung auf 3-Liter-Autos und die Verlagerung von zwei Dritteln des Güterfernverkehrs auf die Bahn.

60 % der Energie aus Sonne, Wind und Wasser, Erdwärme und Biomasse
Die verbleibenden 60 % des Energiebedarfs könnten durch eine konsequente, sofort beginnende Umstellung auf die Nutzung von Energie aus Sonne, Wind und Wasser, Erdwärme und Biomasse bereit gestellt werden, ohne dass deswegen der Lebensstandard in Deutschland sinken würde. Neben dem unmittelbaren Nutzen für das Klima hätte eine solche Umstellung weitere sehr positive Effekte. So entstünden durch die ausgelösten Investitionen weitere Arbeitsplätze in den Umwelttechnologien, das Geld, das sonst für den Einkauf von Öl und Gas der Volkswirtschaft entzogen würde, bliebe im Land und stünde hier für Investitionen zur Verfügung, und nicht zuletzt wäre es nicht mehr nötig, viel Geld für die militärische Sicherung der Energieimporte aus Krisenregionen zu auszugeben.

Übergangstechnologien unnötig, Atomenergie-Risiken unkalkulierbar
In der in der anschließenden Diskussion argumentierte Dr. Waffenschmidt, dass dafür keine „Übergangstechnologien“ wie etwa die Atomenergie nötig seien, die er wegen des unkalkulierbaren Risikos, dass heutzutage von Selbstmordattentätern ausgehen könne, für unverantwortlich hält. Nötig wäre stattdessen lediglich eine Umsteuerung der Investitionen etwa von Kohlekraftwerken hin zu Kraftwerken auf der Basis erneuerbarer Energien oder vom Autobahnbau hin zum qualifizierten Ausbau des Schienennetzes, um die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene verkraften zu können.

Sehr gute Resonanz der Woche der Sonne stärkt Motivation der Solar-Initiative
Peter Meiwald, Vorsitzender von Westerstede Solar e.V. zeigte sich im Anschluss begeistert von der Veranstaltung: „Die sehr gute Resonanz in der gesamten Woche der Sonne hat uns bestätigt, dass wir mit unserem Einsatz für Klimaschutz durch erneuerbare Energien nicht mehr nur ein Randthema bearbeiten, sondern eine ganz wichtige gesellschaftliche Frage vorantreiben! Der heutige Vortrag gibt dazu zusätzlich neue Motivation und viele neue gute Argumente für unsere weitere Arbeit!“

12.05.2007 | Quelle: Westerstede Solar e.V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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