Nachhaltige Forschung am Institut für Brennstoffzellentechnik der Hochschule Esslingen

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Baden Württemberg und Deutschland haben sich führende Positionen auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnologie erarbeitet. Dem gemeinsamen Interesse, diese zu sichern und auszubauen, dienen die beiden Projekte „Brennstoffzellenantriebe für Boote und Leichtfahrzeuge“ und das „Leuchtturmprojekt Bodensee“. Sie sollen durchgeführt werden unter Beteiligung des Instituts für Brennstoffzellentechnik (IBZ) der Hochschule Esslingen und in enger Zusammenarbeit zwischen Land, Bund, den Partnern der Bodenseeregion und allen interessierten Leistungsträgern auf den Gebieten der Wasserstoff- und Brennstoffzellen.
Im Jahr 2002 wurde an der Hochschule Esslingen in Absprache mit der Industrie die Einrichtung des Schwerpunktes Alternative Fahrzeugkonzepte beschlossen mit dem Ziel die Ausbildung für Ingenieure im Bereich der Zukunftstechnologien zu vertiefen. Die nachhaltige Mobilität steht hier im Vordergrund.

Hochschul- Brennstoffzellenlabor mit zahlreichen Testständen
Kernelement dieses Schwerpunktes ist die 2005 mit den Fakultäten Fahrzeugtechnik, Versorgungstechnik und Umwelttechnik, Maschinenbau und Grundlagen erfolgte Gründung des Instituts für Brennstoffzellentechnik (IBZ). Dank engagiertem Sponsoring von DaimlerChrysler, Ballard, Nucellsys, MTU und dem Fraunhofer Institut besitzt das IBZ heute eines der leistungsstärksten Hochschul- Brennstoffzellenlabors, unter anderem mit Testständen für Brennstoffzellensysteme, Erdgasreformierung, Methanolreformierung und Hybrid-Systeme. Für Material- und Oberflächenuntersuchungen stehen im Grundlagenbereich ferner Rasterelektronen-, Rastertunnel- und Rasterkraftmikroskope zur Verfügung.
Damit sei ein Institut geschaffen worden, das wissenschaftliche mit anwendungsorientierter Kompetenz verknüpft, die sowohl der Ausbildung der Studierenden als auch der Forschung und der Zusammenarbeit mit der Industrie zugute kommt, betont die Hochschule Esslingen. Das IBZ ist Mitglied des Kompetenz- und Innovationszentrums Brennstoffzelle (KIBZ) in Baden-Württemberg und trägt in dieser Funktion zum Wissenstransfer aus der Hochschule in die meist kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie auch zu anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei. Dieses kann geschehen über gemeinsame Forschungsvorhaben oder Zusammenarbeit bei Projekt- oder Diplomarbeiten und dabei entstehenden Demonstratoren, mit denen die Machbarkeit von Lösungsansätzen zur Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik gezeigt werden kann. Beispiele der letzten Semester sind das hybride Brennstoffzellen-Power-Pack für 1 bis 3 kW, der Brennstoffzellen-Scooter, der Glider (Sieger des Michelin Challenge Bibendum Wettbewerbs für umweltfreundliche Fahrzeuge in Paris 2006), der E-Antrieb für das Weltrekordmobil „Hysun“, Untersuchungen zu Brennstoffzellen-Leichtfahrzeugen, der Brennstoffzellen-Roadster und stationäre Anwendungen wie Klimageräte, Wärme/Kraft-Aggregate und erste Untersuchungen zu virtuellen Kraftwerken auf der Basis dezentraler Brennstoffzellenstationen.
Hohen Stellenwert für eine Hochschule haben Forschungsvorhaben. Zur Zeit beteiligt sich das IBZ an dem EU- Forschungsprogramm Hysys zur Untersuchung von Brennstoffzellenkomponenten, an der Entwicklung von Simulationsmodellen für alternative Fahrzeuge mit dem Electric Power Research Institute in Palo Alto, Kalifornien, an Brennstoffzellen-Antriebsstrang-Analysen mit dem Forschungsbereich von DaimlerChrysler sowie an Grundlagenuntersuchungen zu Brennstoffzellen-Materialien im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Brennstoffzellenantrieb für Boote und Leichtfahrzeuge
Beantragt sind zwei weitere sich ergänzende Projekte, die eine große Bedeutung für die Weiterentwicklung der Brennstoffzellentechnik in Baden Württemberg und in Deutschland haben können: Ein Brennstoffzellenantrieb für Boote und Leichtfahrzeuge, ein Initiativprojekt für den Aufbau von Wertschöpfungsketten in Baden Württemberg auf dem Gebiet der Brennstoffzellenanwendungen mit Schwerpunkten auf Umweltverträglichkeit und Emissionsfreiheit, marktnahe Entwicklungen, der Integration von kleinen und mitteständischen Unternehmen sowie Forschung und Lehre in Baden-Württemberg.
Das Leuchtturmprojekt „Bodensee“ arbeitet an Brennstoffzellen-Antrieben für Boote und Leichtfahrzeuge. Es ist ein Strategieprojekt im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Zehnjahresprogramm der Bundesregierung hat zum Ziel, durch die gezielte Unterstützung und die Förderung der entstehenden Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche im mobilen, stationären und portablen Bereich die für den Standort Deutschland wichtige Marktentwicklung zu beschleunigen und insbesondere Wertschöpfungsketten und Wertschöpfungsanteile aufzubauen, um die Technologieführerschaft zu sichern. Karin Roth, Staatssekretärin im für die Federführung des Projektes zuständigen Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Esslinger Bundestagsabgeordnete, hatte die Initiative ergriffen und die Teilnahme der Hochschule Esslingen an dem Programm angeregt.

28.05.2007 | Quelle: Hochschule Esslingen; Institut für Brennstoffzellentechnik | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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