BEE: Vorschläge der Internationalen Energieagentur nicht länger ernst zu nehmen

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Die am 04. Juni 2007 von der Internationalen Energie-Agentur (IEA) vorgelegte Analyse der deutschen Energiepolitik offenbart aus Sicht des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) gravierende Mängel: Zwar loben die Autoren die beispiellosen Erfolge beim Ausbau erneuerbarer Energien Deutschland. Gleichzeitig fordere die IEA aber die Abkehr von dem hierfür verantwortlichen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Diese Forderung ist absurd“, kommentiert BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke.
Während Bundeskanzlerin Angela Merkel sich in Heiligendamm darum bemühe, die G8 zu einer engagierten Klimaschutzpolitik zu bewegen, empfehle die IEA der Bundesregierung, sich von ihrem erfolgreichsten Klimaschutzinstrument abzuwenden, dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz. Damit schließe sich die IEA den Interessen der großen Kohle- und Atomstromerzeuger an, die schon lange die Umstellung des deutschen Fördersystems auf ein dem Emissionshandel vergleichbares Quotensystem nach britischem Vorbild fordern, kritisiert der BEE.

Dabei sei das Ergebnis in Großbritannien eindeutig: Der Ausbau Erneuerbarer Energien stocke, Akteure seien ausschließlich große Energieversorger einschließlich der deutschen Unternehmen E.ON und RWE und die Verbraucherpreise beispielsweise für Windstrom seien anderthalbmal so hoch wie in Deutschland. Zudem seien die Mitnahmeeffekte solcher Systeme aus dem Emissionshandel zu genüge bekannt, so der BEE.

EU bestätigt Wirksamkeit und Kosteneffizienz des EEG
Würde ein solches Instrument in Deutschland eingesetzt werden, führe es aus Sicht des Branchenverbandes BEE zur Umkehr der deutschen Erfolgsstory. Der Ausbau würde zum Erliegen kommen. Die unabhängigen Produzenten für Strom aus Erneuerbaren Energien würden sehr schnell vom Markt verschwinden und für die Verbraucher würde es teurer werden, warnt der BEE. Demgegenüber sei das deutsche EEG das mit Abstand effizienteste Instrument, um den Ausbau klimafreundlicher erneuerbarer Energien zu fördern. Inzwischen hätten weltweit über 40 Länder dieses System übernommen. Auch die Europäische Kommission habe in ihrem Bericht zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien in der EU eindeutig festgestellt, dass das EEG nicht nur beispiellos effektiv, sondern auch besonders kosteneffizient sei. Dies habe EU-Kommissar Andris Piebalgs erst kürzlich erneut bestätigt.

IRENA statt IEA
„Die Empfehlungen der IEA zum Thema Erneuerbare Energien sind nicht länger ernst zu nehmen“, so Nitzschke.Vor diesem Hintergrund empfehle der BEE der Bundesregierung eine Neubewertung der Mitgliedschaft in der IEA. Die Branche der erneuerbaren Energien bekräftigt zudem ihre Forderung nach einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). Auch die große Koalition habe in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, sich dafür einzusetzen. „Wir brauchen jetzt diese Institution, die sich auf internationaler Ebene glaubhaft für Erneuerbare Energien einsetzt“, so Nitzschke.
Weitere Informationen zum IEA-Report (in englischer Sprache)unter http://www.iea.org/W/bookshop/add.aspx?id=309

05.06.2007 | Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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