100 %-Solar-Haus als Energiesparmeister ausgezeichnet

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Die Bewohner eines zu 100 % solar beheizten „Sonnenhauses“ in Regensburg sind „Energiesparmeister 2007“. Susanne und Jakob Lehner mit Tochter Veronika, wurden am 6. Juni in Berlin im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne „Klima sucht Schutz“ zusammen mit neun anderen Preisträgern für ihr Engagement beim Klimaschutz und den Einfallsreichtum beim Energiesparen geehrt.
Bei den Lehners stand das 100%-Sonnenhaus, in das sie im vergangenen Herbst eingezogen sind, im Mittelpunkt. Sie wurden in der Kategorie Neubau ausgezeichnet. Die diesjährigen Energiesparmeister wurden aus über 1.000 Anmeldungen und 350 Teilnehmern ausgewählt. Das Sonnenhaus ist vermutlich das erste ausschließlich solar beheizte Massivhaus in Deutschland. Es wurde von dem Straubinger Architekten Georg Dasch geplant. Das Heizungs- und Solarkonzept hat der in Ostbayern aktive Solarsystemanbieter Soleg in Zwiesel geplant und realisiert.

Den ersten Winter gut überstanden – ohne fossile Energie
„Es geht auch ohne fossile Energie. Unser Haus wird ausschließlich durch Sonnenenergie beheizt“, lautete das Motto der Bewerbung von Dr. Jakob Lehner, der sich seit über 30 Jahren für den Umweltschutz engagiert. In seinem Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung sorgen 84 Quadratmeter Sonnenkollektoren für warmes Wasser und Wärme zum Heizen. Eine Möglichkeit zuzuheizen gibt es nicht. Kein Holzofen, kein Gasanschluss und auch keine Wärmepumpe. Dies war vom Bauherrn ausdrücklich so gewünscht. Schon in den 1980ern hat sich dieser über solare Heizkonzepte informiert. „Damals waren Solarspeicher aber noch nicht bezahlbar und die Technik noch nicht so ausgereift“, erinnert sich der 56-jährige Lehrer, der sich schon lange von fossilen Energieträgern unabhängig machen wollte. In Lehners Haus ist ein ummauerter Solarspeicher mit beachtlichen Ausmaßen integriert. Der 39.500-Liter-Tank, zweieinhalb Meter dick und 9,25 Meter hoch, steht inmitten des Hauses und dient als Blickfang, der noch dazu die Aufmerksamkeit auf das Heizkonzept lenkt. Er speichert die Solarwärme und gibt sie nach Bedarf ab. Dass das Konzept funktioniert, hat der erste Winter in dem rein solar beheizten Haus gezeigt. „Es hat einwandfrei funktioniert“, berichtet Jakob Lehner. Zwar sei der Winter vergleichsweise mild gewesen, dafür aber recht neblig. Darüber hinaus sei zum Austrocknen des Hauses mit 186 m² Wohnfläche noch Energie benötigt worden.

Neuer Ziegel sorgt für optimale Wärmedämmung
Das Sonnenhaus im Stadtteil Burgweinting ist als massiver Ziegelbau errichtet. Für das Haus wurden neue Ziegel verwendet, die mit dem natürlichen Vulkangestein Perlit gefüllt sind. Ihre hohe Dämmfunktion macht eine zusätzliche Wärmedämmung überflüssig. Auch das Dach ist mit Hanf sehr gut gedämmt. Die Wärmeschutzfenster sind dreifach verglast. Außerdem haben Lehners eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdwärmetauscher installiert. Sie kommt ohne Wärmepumpe aus. Nur für den Ventilator wird minimal Strom verbraucht.

Solarstromanlage liefert mehr Strom als im Haus verbraucht wird
Das Vordach, das im Sommer Schatten spendet, ist zugleich ein Solarstrom-Kraftwerk. Darauf ist eine Photovoltaikanlage mit 4,5 kWp montiert. Im vergangenen Jahr erzeugte sie gut 4.800 Kilowattstunden Solarstrom. Diese wurden in das öffentliche Netz eingespeist. In ihren zwei Haushalten – die Tochter lebt in der Einliegerwohnung – verbrauchten die Lehners in einem Jahr zusammen nur 3.400 KWh.

Bundesweite Anerkennung für das solare Heizen
Doch die Lehners wurden nicht nur für ihr energiesparendes Wohnhaus ausgezeichnet: Mit der grünen Hausnummer, die das Engagement symbolisiert, hat Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, ihr umfassendes Energiesparkonzept anerkannt. Einige Beispiele: Die Familie benutzt nur energieeffiziente Haushaltsgeräte und ist Kunde bei einem Ökostromanbieter. In dem Haushalt gibt es kein Auto, die Familie legt rund 4.200 km im Jahr radelnd zurück, oder nutzt den öffentlichen Nahverkehr und die Bahn. „Wir freuen uns sehr, dass das Sonnenhaus-Bau- und Heizkonzept damit auch bundesweit Anerkennung gefunden hat – bis hin zum Bundesumweltministerium“, sagt Bernhard Seiler, kaufmännischer Leiter der Soleg. Der Systemanbieter für Solarwärme, Solarstrom und Sonnenhäuser treibt seit vielen Jahren das solare Heizen voran. 2004 hat das Zwieseler Unternehmen das Sonnenhaus-Institut e.V. in Straubing mitgegründet.
Das Sonnenhaus Lehner präsentierte der Solarserver im Dezember 2005 als „Solaranlage des Monats“: http://www.solarserver.de/solarmagazin/anlagedezember2005.html.
Weitere Informationen unter http://www.sonnenhaus-institut.de und http://ww.klima-sucht-schutz.de.

12.06.2007 | Quelle: Soleg GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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