Photovoltaik plus Brennstoffzelle: Ganzjährige Stromversorgung mit der Fronius-Energiezelle

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Ein Forschungsteam des Photovoltaik-Komponentenherstellers Fronius hat ein Konzept entwickelt, das den Kreislauf zwischen solarer Energiegewinnung, effizienter Speicherung und bedarfskonformer Verfügbarkeit schließt. Ein mit Solarstrom betriebener Elektrolyseur spaltet dabei Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff. Der Wasserstoff wird in einem Tank zwischengespeichert und bei Bedarf – also wenn keine Energie aus den Solarmodulen bereitgestellt werden kann – einer hybriden Brennstoffzelle zugeführt. Hier wird der zwischengespeicherte Wasserstoff wiederum in Gleichstrom und danach von der Wechselrichterelektronik in haushaltsüblichen Wechselstrom umgewandelt.
Das in der Brennstoffzelle anfallende Reaktionswasser kann dem Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff zurückgeführt werden. “Energieeffizienz in diesem Zusammenhang bedeutet, dass solare Energie immer mit geringsten Umwandlungsverlusten dem Nutzer zur Verfügung gestellt und Abwärme und Reaktionswasser nach Möglichkeit im Kreislauf neuerlich genutzt wird”, so Ewald Wahlmüller, Projektleiter des Forschungsteams Energiezelle bei Fronius.

Heute schon Realität: Die hybride Brennstoffzelle
Den Kern des Fronius-Konzeptes, eine hybride Brennstoffzelle mit integrierter Wechselrichterelektronik, gibt es bereits als Vorseriengerät. Sie wurde auf der diesjährigen Intersolar erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert, erste Testanlagen sind bereits in Betrieb. So zum Beispiel in Steyr (Österreich), wo mit Hilfe einer Photovoltaik-Anlage und einer Brennstoffzelle eine Umweltmessstation ganzjährig autonom mit Energie versorgt wird. Wesentlicher Vorteil dieser Backup-Lösung: eine Einsparung von 2/3 der PV-Generatorleistung und eine deutliche Reduktion der Batteriekapazität. Das durch die Brennstoffzelle optimierte Batteriemanagement erhöht die Lebensdauer dieser sehr kostenintensiven Komponente. Zudem wird die Versorgungssicherheit wegen der höheren Redundanz verbessert.

Fronius-Energiezelle lädt Batterien von Logistikfahrzeugen
Am neuen Produktions- und Logistikstandort von Fronius in Sattledt, (Österreich) kommt die Fronius-Energiezelle im Rahmen eines innerbetrieblichen Logistiksystems zum Einsatz. Mehr als acht Stunden Batterieladen der Logistikfahrzeuge wird so durch wenige Minuten Wasserstoffbetankung ersetzt. Aus technologischer Sicht bringt diese innovative und zudem komplett emissionsfreie Transportlösung eine Verdoppelung der Reichweite für das Fahrzeug „Derzeit läuft die TÜV-Zertifizierung für den Prototypen. Sobald diese erfolgt ist, gehen ab 2008 weitere externe Pilotanlagen in verschiedenen Anwendungen in Betrieb. Im Verlauf dieser Pilotphase wird Fronius den Termin der offiziellen Markteinführung für die Energiezelle definieren.“ so Michael Schubert, Business Development.

Energiezelle ersetzt umwelt- und lärmbelastende Dieselgeneratoren
Um Sonnenstrom jederzeit nutzbar zu machen – unabhängig von der aktuellen Wetterlage und Jahreszeit – bedarf es einer adäquaten Speichermöglichkeit. Die Speicherung von überschüssigem Solarstrom für Zeiten mit keiner oder geringer Sonneneinstrahlung (zum Beispiel für die Nacht oder die Wintermonate) ist jedoch aufgrund der Selbstentladung von Batterien (5 -10% pro Monat) mit großen Verlusten verbunden, daher wenig energieeffizient beziehungsweise über längere Perioden sogar unmöglich. Um eine ganzjährige autonome Energieversorgung in Kombination mit Photovoltaik sicherzustellen, musste bisher auf umwelt- und lärmbelastende Dieselgeneratoren zurückgreifen.

06.08.2007 | Quelle: Fronius Solarelektronik; Fronius International | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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