juwi-Gruppe : Strombedarf in Rheinland-Pfalz kann bis zum Jahr 2030 komplett aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden

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Motiviert durch einen Workshop der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) hat sich die juwi-Gruppe (Mainz) Gedanken über den “Weg zum Energieland Rheinland-Pfalz” gemacht. Ihr Ergebnis: Schon im Jahr 2030 könne das Bundesland mit den bestehenden Potenzialen und den vorhandenen Techniken einen zu 100 Prozent regenerativen und wirtschaftlichen Energiemix erreichen. “So schaffen wir ein System, das die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt, ohne die Zukunftsaussichten künftiger Generationen zu zerstören“, betont juwi-Vorstand Matthias Willenbacher.
Heute werde in Rheinland-Pfalz etwas mehr als 30 % des Stroms vor Ort aus erneuerbaren Energienquellen erzeugt; und rund zwei Drittel der Stromproduktion basierten auf Rohstoffen die importiert werden (Gas und Kohle). Das Land Rheinland-Pfalz sei demnach in großem Umfang abhängig von Energieimporten. Wer die Entwicklung an den Rohstoffmärkten der Welt verfolgte, stelle fest, dass unter diesen Umständen von Versorgungssicherheit keine Rede sein könne. Deshalb sei es notwendig, neben der Erhöhung der Energieeffizienz und der Ausnutzung der Energieeinsparpotenziale alle erneuerbaren Energiequellen konsequent auszubauen, betont Willenbache.
“Wenn wir in Rheinland-Pfalz diese Vorreiterrolle übernehmen, dann werden wir im Jahr 2030 nicht nur von einer sauberen Energieversorgung und dauerhaft stabilen Strompreisen mit Erzeugungskosten von wenigen Cent pro Kilowattstunde profitieren“, erläutert Willenbacher. Es würden Investitionen von rund 15 Milliarden Euro im Land Rheinland-Pfalz getätigt, die jährlichen Umsatzerlöse aus dem Betrieb regenerativer Kraftwerke lägen bei rund zwei Milliarden Euro – und es würden bis zu 50.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Windenergie als Basis ergänzt durch Photovoltaik, Bioenergie, Erdwärme und Wasserkraft
Grundlage des vorgeschlagenen Energiemix im Jahr 2030 ist laut juwi die Berücksichtigung eines aus heutiger Sicht technisch machbaren und wirtschaftlichen Szenarios. Bei der Auswahl für den regenerativen Mix habe sich das Unternehmen an der Kostenstruktur, der Rohstoffabhängigkeit, am Flächenbedarf und am Stand der technologischen Entwicklung orientiert. Gleichzeitig gehe juwi davon aus, dass der Strombedarf im Jahr 2030 rund 20 Prozent niedriger sein wird als heute. Vieles spreche für einen hohen Anteil an Windenergie: Sie sei nicht nur die günstigste regenerative Energiequelle, sondern auch die mit dem größten Ertrag pro Hektar. Und sei eine von Rohstoffen unabhängige Energiequelle, denn der Wind ist kostenlos. “Wenn vor allem die neusten Windenergie-Technologien an windstarken Standorten genutzt werden, können wir rund 40 Prozent des Strombedarfs in Rheinland-Pfalz mittels Windenergie gewinnen”, betont der juwi-Chef. Gleichzeitig ließe sich die Anlagenzahl von heute rund 1.000 auf künftig rund 500 Maschinen senken. Die weiteren regenerativen Bestandteile im Energiemix des Jahres 2030 sind im juwi-Szenario die Photovoltaik, Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft.

Biomasse und Wasserkraft stehen als direkte Speichertechnologien schon jetzt zur Verfügung
“Im Gegensatz zu vielen anderen Zukunftsszenarien setzen wir auch im Bereich der Energiespeicherung auf bestehende Techniken”, betont Willenbacher. Vor allem Biomasse und Wasserkraft könnten als direkte Speichertechnologien verwendet werden und somit komplett den Strombedarf zeitgerecht abdecken. Da bei ihrer Nutzung als Speicher im Prinzip keine zusätzliche Umwandlungsverluste aufträten, seien Biomasse und Wasserkraft im Vergleich zu allen anderen “indirekten” Speichern – beispielsweise Batterien – die kostengünstigste und effektivste Form der Speicherung.
Vor allem die Biomasse – Holzhackschnitzeln und Maissilage etc. sei die ideale Ergänzung zur Wind- und Sonnenenergie. Sie lasse sich leicht speichern, aber auch relativ zügig in elektrische Energie umwandeln. Holz beispielsweise könne genau dann verbrannt werden, wenn nicht genügend Wind- und Solarstrom zur Verfügung steht. Ist aber ausreichend Strom im Netz, werde das Holz so lange gelagert, bis es wieder gebraucht wird. Einzig größere Generatoren zur Erzeugung von Strom und Wärme in kürzeren Zeiträumen (z. B. in 4.000 statt 8.000 Stunden pro Jahr) müssten angeschlossen werden.

07.09.2007 | Quelle: juwi-Gruppe | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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