Rheinland-Pfalz mit erstem Energiegewinnhaus einer Landesbehörde bundesweit Vorbild

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Ein Bürogebäude, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht, hat die rheinland-pfälzische Umwelt- und Forstministerin Margit Conrad am 24.08.2007 eingeweiht: Das bundesweit erste Energiegewinnhaus und Nullemissionshaus einer Landesbehörde, der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) in Trippstadt. “Das Land ist erneut Vorbild. Wir wünschen uns, dass auch Privatleute von den neuen Technologien profitieren”, stellte Ministerin Conrad fest. “Für das Haus der Zukunft muss man keine Energie mehr kaufen, es bietet Komfort und die höheren Baukosten amortisieren sich bei steigenden Energiekosten immer schneller”, so Conrad weiter.
Die Ministerin verwies auf das neue Zwei-Millionen-Euro-Förderprogramm des Umweltministeriums, mit dem Bauherren von Passiv- und Energiegewinnhäusern gefördert werden. Seit Mai hätten sich schon 30 Interessenten angemeldet.

Erdwärme und Photovoltaikanlage ermöglichen Unabhängigkeit von Gas und Öl
Das zweigeschossige Energiegewinnhaus mit knapp 300 Quadratmetern Fläche wurde vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) errichtet; die Kosten betrugen ohne Photovoltaikanlage 570.000 Euro. Das Gebäude bietet FAWF 13 Büros, ein Besprechungszimmer sowie Funktionsräume. Conrad: “Hervorragende Dämmung, eine Wandheizung, die Nutzung von Erdwärme über eine Wärmepumpe in Verbindung mit der Photovoltaikanlage ermöglichen vollständige Unabhängigkeit von Gas und Öl. Das Gebäude emittiert weder Klima- noch sonstige Schadgase.” Gegenüber einem herkömmlichen Bau werden in dem Energiegewinnhaus jährlich bis zu 3.000 Euro Heizkosten und 13 Tonnen CO2 gegenüber einem nach EnEV-Standard gebauten Gebäude eingespart.
Das Energiegewinngebäude ist in Holztafelbauweise errichtet und mit aus Restholz hergestellter Zellulose gedämmt. Benötigte Restwärme liefert eine Erdwärmepumpe. Die luftdichte Hülle und die Dämmstoffe reduzieren Wärmeverluste auf ein Minimum und verhindern ein intensives Aufheizen im Sommer. Diese Bauweise verhindert Feuchtigkeit in Dächern und Wänden, Schimmelbildung ist ausgeschlossen. Die Passivhaus-Fenster können jederzeit geöffnet werden. Frischluft wird permanent über eine kontrollierte Be- und Entlüftung zugeführt. Ein hochwertiger Filter garantiert die gute Luftqualität. Die Lüftungsanlage befördert verbrauchte und feuchte Luft nach draußen und führt Außenluft zu. Dabei erwärmt ein Wärmetauscher die einströmende Luft, so dass 80 bis 90 Prozent der Luftwärme zurück gewonnen werden. Damit benötigt das Haus selbst im Winter nur sehr wenig Wärmeenergie für optimale Temperaturen.

Sonne heizt im Winter durch die nach Süden ausgerichteten Fenster – Solarstromanlage sorgt für den Energiegewinn
Die Fenster sind dreifachverglast und haben speziell gedämmte Rahmen. In der kalten Jahreszeit heizt die Sonne durch die nach Süden ausgerichteten Fenster die Räume auf. Hinzu kommt die Wärmeabstrahlung von Lampen, Elektrogeräten und der Bewohner. Der geringe Bedarf an Heizwärme (jährlich umgerechnet rund 1,5 Liter Öl oder 1,5 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Raumfläche) wird durch eine Erdsonden-Wärmepumpe gedeckt. Der “Energiegewinn” ist durch die Solarstrom-Anlage gegeben: Diese erzeugt im Jahr mehr Strom als das Gebäude verbraucht. Damit ist der Neubau nicht nur ein Energiegewinn-, sondern gleichzeitig ein Nullemissionsgebäude.
Das Energiegewinnhaus kann per Webcam besichtigt werden unter http://www.lbb-sonne.de/htm/aktuelles_webcam_xl.htm

15.09.2007 | Quelle: Ministerium für Umwelt und Forsten – Rheinlandpfalz (MUFVRLP) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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