Österreich: Technologie-Ministerium präsentiert Fahrplan in die Photovoltaik-Zukunft

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Mit der Photovoltaik-Roadmap bis 2050 soll sich Österreich zum Sonnenland entfalten. In einer Pressekonferenz im Rahmen der 5. österreichischen Photovoltaik-Tagung präsentierte Staatssekretärin Christa Kranzl, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gemeinsam mit Hubert Fechner vom Forschungsunternehmen arsenal research und Gerhard Fallent (Photovoltaic Austria) einen Fahrplan für die Photovoltaik bis zum Jahr 2050. Diese energiewirtschaftlich bedeutende Stromerzeugungsart soll mit Hilfe der Roadmap auf den richtigen Kurs gebracht werden. “Diese Tagung soll Lösungspotential sein, soll Schritte aufzeigen in Form der Technologie-Roadmap, wohin führt der Weg der Photovoltaik und wie gelingt es, dass diese Art der Stromgewinnung Standart in Österreich wird. Ich werde persönlich diese Roadmap an den Umweltminister Josef Pröll und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein weitergeben”, erklärte Kranzl.
Der Stromerzeugung mit Photovoltaik, werden weltweit und langfristig eindrucksvolle Perspektiven zugewiesen. In Zukunft soll die Photovoltaik einen bedeutenden Anteil am Strommix erlangen.

Solarstrom soll bis 2050 rund 20 % des österreichischen Elektrizitätsbedarfs decken
Für Österreich hat die Photovoltaik unter den erneuerbaren Energien das größte noch erschließbare Potenzial, betont arsenal research in der Pressemitteilung. In der Roadmap gehen Wissenschafter von einem Szenario aus, in dem die Photovoltaik bis ins Jahr 2050 rund 20% des österreichischen Strombedarfs decken soll. “Diese Technologie-Roadmap ist ein Diskussionspapier, die im Wesentlichen aufzeigt, dass in der Photovoltaik wirklich das Potenzial steckt energiewirtschaftlich relevant zu sein. Photovoltaik ist eine der Säulen der Stromversorgung”, so Fechner. Das technische Potential gebäudeintegrierter Photovoltaik auf gut geeigneten südorientierten Flächen in Österreich betrage zirka 140 Quadratkilometer Dachfläche und rund 50 Quadratkilometer Fassadenfläche. Um bis ins Jahr 2050 20 % des heimischen Strombedarfs mit gebäudeintegrierter Photovoltaik decken zu können, bedürfe es der Nutzung von etwa 85 Quadratkilometern Dachfläche und 28 Quadratkilometern Fassadenfläche. Das seien 60 % dieser Flächenpotenziale.

Novelliertes Ökostromgesetz soll Weichen stellen
Für die österreichische Wirtschaft bestehe derzeit – bei rascher Positionierung – eine große Chance wesentliche Nischentechnologien am Weltmarkt zu besetzen. Durch eine konsequente Umsetzung, der in der Roadmap vorgeschlagenen Aktivitäten könne diese Positionierung noch gelingen. Um Photovoltaik in Österreich als Stromlieferanten zu etablieren, müssten energiepolitische und -wirtschaftliche Weichen gestellt werden. Eine erste Weichenstellung werde durch das im Herbst neu novellierte Ökostromgesetz erwartet. Auch dazu bezog die Staatssekretärin Stellung: “Ich kann mir vorstellen, dass es hier Motivationsfaktoren für Betreiber und Entwickler geben wird, um alternative Formen der Energiegewinnung wieder attraktiver zu machen”, betonte Kranzl.

Photovoltaic Austria: Strategiewandel statt Klimawandel
Fallent hofft auf die Unterstützung der Staatssekretärin: “Es soll ein Ökostromgesetz geschaffen werden, das kein Verhinderungsgesetz sondern ein Förderungsgesetz ist. Deshalb lautet unser Motto: Strategiewandel statt Klimawandel!”
Weltweit boomt die Photovoltaikbranche mit bis zu 30 – 40% Marktwachstum. Bis jetzt konnten Japan, die USA und Deutschland sich als Photovoltaik-Nationen am Weltmarkt positionieren und bis heute bereits tausende Arbeitsplätze schaffen. Für Österreich sei bis zum Jahr 2020 mit über 4.000 Arbeitsplätzen in der Photovoltaikbranche zu rechnen, heißt es in der Pressemitteilung. Im Jahr 2005 seien es etwa 800 Arbeitsplätze gewesen.

17.09.2007 | Quelle: arsenal research | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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