Europäisches Parlament spricht sich für Verpflichtungen zur Nutzung erneuerbarer Wärme aus

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Am 25.09.2007 hat das EU-Parlament mit eindeutiger Mehrheit den so genannten Thomsen Report bestätigt, der sich mit dem Fahrplan (Roadmap) für erneuerbare Energien in Europa beschäftigt. Wesentlich für die Zukunft der Solarthermie sei, dass darin alle Mitgliedsstaaten aufgefordert werden, ordnungsrechtliche Vorgaben für die Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energiequellen zu machen, zumindest für Neubauten und im Zuge umfangreicher Sanierungen. Das berichtet der europäische Solarwärme-Industrieverband ESTIF in einer Pressemitteilung.
Der Thomsen-Bericht ist laut ESTIF die erste umfassende Stellungnahme des Europäischen Parlaments nachdem sich die EU-Staatschefs im Frühjahr auf das verbindliche Ziel eines Anteils der Erneuerbaren von 20 % bis zum Jahr 2020 geeinigt hatten. Die Abstimmung vom 25.09. ebene den Weg für eine Stellungnahme des Parlaments zu dem angekündigten Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie für erneuerbare Energien, die Maßnahmen enthalten soll, welche Europa ermöglichen sollen, dieses Ziel zu erreichen.

Neue EU-Richtlinie soll auch Wärmeversorgung umfassen
Bislang war die Solarwärme nicht Gegenstand der europäischen Gesetzgebung. EU-Richtlinien sind zwar in Kraft zur Förderung von Ökostrom und erneuerbarer Energien im Transport und im Verkehr, doch die Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien blieb außen vor. Dies hat sich laut ESTIF in den vergangenen Jahren geändert, und es sei sicher, dass die neue Richtlinie künftig auch erneuerbare Wärmequellen fördern wird, heißt es in der Pressemitteilung.
Mit dem Votum vom 25. September fordert das Parlament die Kommission auf, sicherzustellen, dass “jeder Vorschlag für eine Rahmenrichtlinie zu den Erneuerbaren wirksame Maßnahmen zur Förderung der Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien enthält”, zitiert ESTIF den Parlamentsbeschluss. Das Parlament verlangt weiter, die Kommission solle die Einführung der erfolgreichsten Regelungen, welche die Solarwärme-Nutzung verbindlich machen, in allen Mitgliedsstaaten beschleunigen, zumindest dann, wenn Gebäude im großen Stil saniert oder neu errichtet werden. Dabei soll ein Mindestanteil erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärmebedarfs vorgeschrieben werden, wie dies in einer wachsenden Zahl von Regionen und Kommunen bereits der Fall ist.

ESTIF: Zukunftsorientierte Energiepolitik braucht Solar-Pflichten
Raffaele Piria, Policy Direktor der European Solar Thermal Industry Federation, kommentiert: “Wir begrüßen diese klare Aussage des Europäischen Parlaments außerordentlich. Gebäude, die jetzt errichtet werden, werden bis in die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts stehen – und dann werden Öl, Gas und Uran sehr knapp und teuer sein. Weil der Markt allein nicht genug Anreize bietet, den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, brauchen wir Solar-Pflichten. Nun gilt es, den Europäischen Rat zu überzeugen, damit auch die nationalen Regierungen Solar-Pflichten unterstützen.
In der vergangenen Woche veröffentlichte ESTIF einen umfassenden Überblick zu den Erfahrungen mit Solar-Pflichten mit Leitlinien für eine erfolgreiche Umsetzung.
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26.09.2007 | Quelle: ESTIF | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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