BMU: Klimaschutzprogramm wird fünf Milliarden Euro sparen

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Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung führt 2020 zu Einsparungen von fünf Milliarden Euro bei Privathaushalten und in der Wirtschaft, berichtet das Bundesumweltministerium (BMU) in einer Pressemitteilung. Das gehe hervor aus dem Zwischenbericht eines Gutachtens zu Kosten und Nutzen des Integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung, den der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Andreas Troge, und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am 31.10.2007 vorgestellt haben. Nach der Studie führen die vom Bundeskabinett im August in Meseberg beschlossenen Maßnahmen zu Kosteneinsparungen für Kohle, Öl und Gas in Höhe von über 36 Milliarden Euro. Dem stünden lediglich 31 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten für die entsprechenden Investitionen gegenüber.
Durchschnittlich führe jede eingesparte Tonne CO2 zu Einspareffekten von 26 Euro (“negative Vermeidungskosten”). “Die Studie belegt: Klimaschutz lohnt sich. Wir würden Geld verschleudern, wenn wir die Meseberger Beschlüsse zur Klima- und Energiepolitik nicht 1:1 umsetzen würden”, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Eingesparte Energiekosten sind größer als zusätzlich notwendige Investitionen
Das Umweltbundesamt hat zwei Berechnungen durchgeführt. Zum einen werden die Klimaschutz-Wirkungen des Integrierten Energie- und Klimaprogramms analysiert. Danach können mit den beschlossenen Maßnahmen – wenn sie komplett umgesetzt werden – die CO2-Emissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 36 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 reduziert werden. “Die Ergebnisse zeigen: Das deutsche Klimaschutzziel von Minus 40 Prozent bis 2020 ist erreichbar. Allein das Paket von Meseberg bringt uns schon ganz nah an unsere Ziele für 2020”, betonte Gabriel. Zum anderen hat ein Gutachter-Team unter Federführung des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe eine wirtschaftliche Bewertung der zentralen Maßnahmen des integrierten Energie- und Klimaprogramms erstellt. Zu den wichtigsten Ergebnissen zähle, dass alle Maßnahmen für die Energieeffizienz Nettoeinsparungen bringen, die eingesparten Energiekosten also größer sind als die zusätzlich notwendigen Investitionen. Weiter seien die Vermeidungskosten für CO2 durch Kraft-Wärme-Kopplung und durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung moderat.

Förderprogramme sollen hohe Anfangsinvestitionen tragbar machen
Die Kosten der Wärme- und Biokraftstoffproduktion sind laut Studie höher: dort stehe Deutschland noch am Anfang einer technologischen Entwicklung, die bei den erneuerbaren Energien zur Stromversorgung bereits vor fünf bis zehn Jahren angeschoben worden sei. Insgesamt führe das Paket zu Kosteneinsparungen für die Wirtschaft und für jeden Einzelnen. Durch Förderprogramme des Bundes (z. B. Gebäudesanierungsprogramm) werde dafür gesorgt, dass auch etwaige hohe Anfangsinvestitionen von den Einzelnen getragen werden können. “Wir werden noch vor der internationalen Klimakonferenz in Bali Anfang Dezember die Umsetzung der zentralen Eckpunkte von Meseberg im Kabinett beschließen. Damit geben wir ein wichtiges Signal für die internationalen Verhandlungen: Klimaschutz lohnt sich”, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

31.10.2007 | Quelle: BMU | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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