dena: Klimaschutz und Netzsicherheit erfordern Ausbau des Höchstspannungsnetzes

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Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) warnt vor weiteren Verzögerungen beim Ausbau des Höchstspannungs-Stromnetzes. Langwierige Genehmigungsverfahren und regionale Widerstände gegen den Bau einzelner Trassen, wie aktuell in Thüringen, Bayern und Niedersachsen, drohten das Erreichen der klima- und energiepolitischen Ziele Deutschlands zu gefährden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung muss bis im Jahr 2015 mindestens 20 Prozent erreichen, um das von der Bundesregierung beschlossene Ausbauziel von 25 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2020 realisieren zu können, so die dena in einer Pressemitteilung. Deshalb müsse das Höchstspannungsnetz für die Durchleitung des Windstroms bis zum Jahr 2015 um 850 Kilometer erweitert und auf einer Länge von 400 Kilometern verstärkt werden.
Dies sei in der dena-Netzstudie I unter breiter Beteiligung aller wichtigen Akteure ausführlich begründet worden und enthalte auch eine neue 380-Kilovolt-Verbundleitung durch Thüringen nach Bayern. Die Kritik daran, welche die Professoren Lorenz Jarass und Gustav Obermair in einem Gutachten erhoben haben, weist die dena zurück.

“Wer Klimaschutz und Netzsicherheit will, darf beim Leitungsbau keine Zeit verlieren”, betont dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. “Die dena-Netzstudie I liefert dafür die Grundlage. Wie der Ausbau konkret umgesetzt wird, entscheiden die zuständigen Akteure vor Ort. Dabei macht es aber keinen Sinn, hinter die Ergebnisse der dena-Netzstudie I zurückfallen. Die Bürgerinitiativen und Gemeinden, die Jarass und Obermair beauftragt haben, sind mit dem Gutachten zur Südwestkuppelleitung schlecht beraten. Bund und Länder müssen sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, damit die anstehenden Genehmigungsverfahren schnell abgeschlossen werden können und sich nicht bis zu acht Jahren und länger hinziehen”, so Kohler weiter.

dena: Stopp des Netzausbaus würde Windstrom blockieren
Das Ende Oktober in Thüringen vorgestellte Gutachten von Jarass und Obermair liefere keine überzeugenden Argumente gegen die geplante 380-Kilovolt-Verbundleitung zwischen Halle und Schweinfurt, kritisiert die dena. Die Autoren würden von zu niedrigen Windprognosen ausgehen und ignorierten den gesetzlich vereinbarten Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso wie die Verpflichtung der Netzbetreiber, die dafür notwendigen Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. “Grundsätzlich ist es falsch, den Bedarf für eine einzelne Leitung isoliert vom Gesamtnetz und nur für einen kurzen Zeitraum zu bewerten. Der von den Autoren vorgeschlagene Stopp des Netzausbaus würde dazu führen, dass im Jahr 2020 bis zu 22 Prozent des Windstroms nicht erzeugt werden könnten, weil nicht genügend Transportkapazität verfügbar wäre”, heißt es in der dena-Pressemitteilung. Windturbinen müssten dann gerade bei guten Windverhältnissen gedrosselt werden, obwohl der Strom gebraucht wird. Stattdessen müsste der Strom in Kohle- oder Atomkraftwerken erzeugt werden.

Stefan Kohler: “Supernetz” ist ein Ablenkungsmanöver
Die von Jarass und Obermair vorgenommene Bilanzierung der externen Kosten und der wirtschaftlichen Zumutbarkeit der Südwestkuppelleitung ist für die dena in weiten Teilen nicht nachvollziehbar. Sie stehe auch im Widerspruch zu Gutachten, die dieselben Autoren für andere Auftraggeber erstellt hätten, wie zum Beispiel das Bundesumweltministerium. Bei der Diskussion alternativer Technologien würden wesentliche Sicherheitsfragen ausgeschlossen, so die dena. Die Forderung nach einem übergelagerten “Supernetz” könne nicht ernst genommen werden, da dessen Planung und Realisierung heute nicht absehbar sei. “Das Vertrösten auf das Supernetz ist ein Ablenkungsmanöver. Es torpediert die notwendigen Ausbaumaßnahmen und verhindert damit einen effektiven Klimaschutz in Deutschland”, so Kohler. “Der Bau der Südwestkuppelleitung ist entsprechend der dena-Netzstudie I
unverändert notwendig”, betont der dena-Chef.

dena-Netzstudien I und II zur Integration erneuerbarer Energien
Die im Frühjahr 2005 fertiggestellte dena-Netzstudie I hat untersucht, wie der angestrebte Anteil von mindestens 20 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2015 in das bestehende Stromnetz sicher integriert werden kann. Die Studie wurde unter Leitung der dena branchenübergreifend erstellt und finanziert. Externe Sachverständige, ein Fachbeirat und eine Projektsteuerungsgruppe mit rund 45 Experten haben die Studie kritisch begleitet. Eine Fortsetzung der Netzstudie hat die dena im vergangenen März begonnen.
Die dena-Netzstudie II soll eine Strategie entwickeln, wie der angestrebte Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von 30 Prozent in die Infrastruktur integriert werden kann.

11.12.2007 | Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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