Entwicklung des deutschen Heizungsmarktes bremst Solarthermie in Europa

NULL

Nach vier Jahren mit einem sehr dynamischen Wachstum ging der Solarwärmemarkt in Europa 2007 um 10 % zurück, berichtet der europäische Solarwärme-Industrieverband ESTIF in einer Pressemitteilung. Dazu hätten vor allem viele Faktoren beigetragen, die einen Rückgang des deutschen Solarthermie-Marktes um etwa 33 % bewirkten, heißt es in der Pressemitteilung. ESTIF fordert deshalb von der Politik, Solar-Verpflichtungen einzuführen, um die Marktentwicklung zu beschleunigen. „Wir konnten in einigen Ländern sehr positive Trends ausmachen, aber auch einen dramatischen Markteinbruch in Deutschland“, sagt Gerhard Rabensteiner, Präsident der European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF). „Für uns bedeutet dies, dass wir den Verbrauchern die Vorzüge der Solarthermie noch deutlicher aufzeigen müssen. Und wir fordern von der Politik, die unstete Förderung zu beenden. Die Industrie braucht stabile Rahmenbedingungen zur Unterstützung der Solarthermie“, so Rabensteiner.

Deutscher Solarwärmemarkt um mindestens um ein Drittel geschrumpft
Wegen der ungewöhnlichen Marktentwicklung hat ESTIF die vorläufigen Zahlen bereits zum Jahresende veröffentlicht. Die endgültigen Statistiken für 2007 sollen wie üblich im Juni 2008 publiziert werden. Für Frankreich, Italien und Spanien meldet ESTIF zweistellige Wachstumsraten. Der Solarthermie-Markt in Griechenland hingegen sei nur mäßig gewachsen und in Österreich, dem Land mit der höchsten Solarthermie-Kapazität pro Einwohner, werde eine Stagnation erwartet. Diese positiven Entwicklungen hätten jedoch den einschneidenden Einbruch des deutschen Solarwärmemarktes nicht ausgleichen können, der im Vergleich zum erfolgreichen Jahr 2006 und einem damaligen Wachstum von 58 % im Jahr 2007 um mindestens um ein Drittel geschrumpft sei.
Für 2008 erwartet ESTIF wieder Wachstum, das besonders in den Mittelmeerländern beschleunigt werde. Auch in Deutschland geht die Solarwärme-Industrie von einem Zuwachs aus, der allerdings länger als ein Jahr benötige, um das Marktvolumen von 2006 wieder zu erreichen. Mittelfristig seien die Wachstumsperspektiven der Solarthermie ausgezeichnet, betont ESTIF, denn die wirtschaftliche Basis sei gut.

EU-Richtlinie zur Heizung und Kühlung mit Erneuerbaren
Die Solarthermie-Branche erwartet einen kräftigen Wachstumsschub durch die kommende EU-Richtlinie, welche erstmals auch Fördermaßnahmen für die Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien enthalten wird. Stabilere und effektivere Rahmenbedingungen zu schaffen, sei wesentlich, um ein stop&go auf den Märkten zu vermeiden und ökonomische Skaleneffekte von der Produktion über den Vertrieb bis hin zu Installation zu bewirken. Krisen wie in den Jahren 2002 und 2007 müssten künftig vermieden werden, da sie etliche Firmen schwer treffen könnten, die in einem Markt arbeiten, der noch immer überwiegend durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt sei, einschließlich des Handwerks.

Solarthermie-Aktionsplan für die EU und Mitgliedsstaaten
ESTIF hat kürzlich ein detailliertes Positionspapier veröffentlicht, in dem der Verband die Anforderungen der Solarthermie-Branche an die kommende EU-Richtlinie sowie die Politik der einzelnen Länder aufzeigt. In dem Solarthermie-Aktionsplan sind umfangreiche Leitfäden und herausragende Beispiele zu finden. Der Solarserver berichtete unter http://www.solarserver.de/news/news-6463.html.
Der Solarwärme-Aktionsplan (26 S., englisch, PDF) kann im Internet heruntergeladen werden unter www.estif.org/STAP.
Grafik zur Solarthermie-Marktentwicklung im Großformat:
http://www.solarserver.de/images/ESTIF_2007_gross.gif

27.12.2007 | Quelle: | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen