Solar-Forschung: Deutsche Forscher kooperieren mit Algerien zur Nutzung der erneuerbaren Energien

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die algerische Agentur für erneuerbare Energien NEAL (New Energy Algeria) wollen künftig in der Solar-Forschung enger zusammenarbeiten, mit Schwerpunkt auf solarthermischen Kraftwerken. Der Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, unterzeichnete am 29. Januar in Brüssel gemeinsam mit Badis Derradji, Präsident und Generaldirektor der NEAL, einen Kooperationsvertrag. “Mit Algerien haben wir einen starken Partner, der eine wichtige Vorreiterrolle bei der Nutzung der solarthermischen Stromerzeugung in Nordafrika ausübt”, freut sich Wörner über das Zustandekommen der Kooperation. Gegenstand der Vereinbarung zwischen DLR und NEAL sind insbesondere gemeinsame Projekte bei der Solarenergie-Forschung. Von besonderer Bedeutung ist hierbei, dass mit direktem Zugang zu dem ersten algerischen solarthermischen Kraftwerk bei Hassi R’mel, etwa 420 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier, die dort gewonnenen Betriebserfahrungen wissenschaftlich auswertbar werden.
DLR und NEAL wollen an der Kostensenkung durch Optimierung des Kraftwerksbetriebs sowie an der Entwicklung weiterer solarthermischer Technologien und neuer Komponententests arbeiten. Neben der solaren Kraftwerkstechnologie sind die solare Herstellung von Wasserstoff und die Brennstoffzellentechnologie, die thermische Prozesstechnik sowie die Systemanalyse und Technologiebewertung von beiderseitigem Interesse. Weiterhin wurden der Austausch von Wissenschaftlern und Doktoranden sowie die Beratung zu den oben genannten Technologien vereinbart.

Enormes Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien in Algerien
New Energy Algeria ist eine vom algerischen Staat ins Leben gerufene Agentur zur Entwicklung der erneuerbaren Energien und organisatorisch ein Tochterunternehmen der staatlichen algerischen Energieunternehmen. Algerien besitzt zwar einerseits große Reserven der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas, es weist andererseits ein enormes Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien auf, speziell der Solarenergie. Dies bestätigt eine Studie, die das DLR im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) erstellt hat. In Algerien wird derzeit ein 150 Megawatt-Kraftwerk gebaut, das bei einem 25 Megawatt-Solaranteil hybrid mit Erdgas betrieben wird.

Einspeisegesetz zur Beschleunigung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
Neben der Bereitstellung erneuerbaren Stroms für den eigenen, stetig wachsenden Bedarf ist es in algerischem Interesse, mittel- bis langfristig Solarstrom nach Zentraleuropa zu exportieren. Für die deutsche und europäische Industrie ist der Export von Schlüsselkomponenten für solarthermische Kraftwerke ein aussichtsreicher Zukunftsmarkt. Zur Beschleunigung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat auch Algerien ein Strom-Einspeisegesetz verabschiedet. Auf dem Weg zur notwendigen Reduktion der solaren Stromgestehungskosten seien jedoch noch deutliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich, betont das DLR.

31.01.2008 | Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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