Kontroverse um die Entwicklung der Konzentrator-Photovoltaik

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Die Aussage, die Konzentrator-Photovoltaik-Technologie sei am Ioffe-Institut entwickelt worden, sei so nicht richtig, kritisiert das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme (ISE) eine Stellungnahme der SolarTec AG anlässlich der Verleihung des 28. Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft an die ISE-Ausgründung Concentrix Solar GmbH. Richtig sei vielmehr, dass diese Technologie weltweit von vielen Gruppen bearbeitet und entwickelt worden sei, unter anderem auch vom Ioffe-Institut und dem Fraunhofer ISE. Die SolarTec AG hatte in einer Presseinformation mitgeteilt, die Konzentratortechnologie sei in den 60er Jahren vom Ioffe-Institut in St. Petersburg entwickelt worden und nicht vom Fraunhofer Institut.
Im Jahr 2002 seien Wissenschaftler des Ioffe-Instituts im Rahmen einer Forschungskooperation in Freiburg gewesen und Prof. Rumyantsev vom Ioffe Institut habe bei dieser Gelegenheit die von ihm entwickelte Konzentratortechnologie dort eingeführt. Diese sei im Wesentlichen unverändert von der 2004 gegründeten Concentrix GmbH übernommen und nunmehr mit dem Innovationspreis ausgezeichnet worden „Die Entwicklung der Konzentratortechnologie ist ein Meilenstein für die PV-Industrie, deshalb fordern wir Würdigung und Respekt der Leistung der russischen Wissenschaftler“, heißt es in der Pressemitteilung der SolarTec AG.

FLATCON-Technologie zur industriellen Umsetzung
Das Fraunhofer ISE arbeitet nach eigenen Angaben seit Mitte der 80er Jahre an Konzentrator-Photovoltaik-Zellen und -Systemen. Neben verschiedenen internationalen Kooperationen des Fraunhofer ISE hätten das ISE und das Ioffe-Institut in den Jahren 1999 bis 2002 direkt zusammengearbeitet. Aus dieser Zeit gebe es auch mehrere gemeinsame Veröffentlichungen, erinnert das ISE. Seit 2002 habe der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten am Fraunhofer ISE im Bereich Konzentrator-Photovoltaik in der Entwicklung von Fertigungstechnologien für die FLATCON-Technologie gelegen, um eine industrielle Umsetzung zu ermöglichen.. Überdies gebe es gegenwärtig im Rahmen von Europäischen Projekten eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer ISE und dem Ioffe-Institut.

Innovationspreis für Concentrix würdigt Serienfertigung
„Der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft wurde nicht dem Fraunhofer ISE für die Technologieentwicklung verliehen, sondern der Firma Concentrix für die herausragende Leistung, eine vielversprechende aber komplexe Technologie aus dem Labor in die Serienfertigung überführt zu haben“, betont das ISE. Concentrix sei eines der weltweit ersten Unternehmen, die dies erreicht haben und zähle hinsichtlich des Wirkungsgrades und der installierten Systemleistung zu den am weitesten fortgeschrittenen Unternehmen. Im Rahmen des von ISFOC in Spanien initiierten Demonstrationsprojekts sei Concentrix neben Isofoton (Spanien) und SolFocus (USA) eines von nur drei Unternehmen, das in der ersten Runde der Ausschreibung einen Zuschlag erhielt. In der zweiten Ausschreibungsrunde seien Ende 2007 an vier weitere Unternehmen Zuschläge erteilt worden: Concentración Solar La Mancha (Spanien), Emcore (USA), Arima Eco (Taiwan) und Sol3G (Spanien). Im Rahmen des ISFOC-Projekts habe Concentrix in den vergangenen beiden Wochen 16 Systeme mit einer Leistung von je 5,7 kW aufgestellt und werde voraussichtlich als erstes Unternehmen eine 100 kW-Einheit fertig stellen.
„Im Übrigen hat Herr Dr. Bett vom Fraunhofer ISE anlässlich der Verleihung des Innovationspreises an Concentrix letzte Woche per E-Mail Glückwünsche von Prof. Rumyantsev und von Prof. Andreev vom Ioffe-Institut erhalten“, heißt es in der ISE-Pressemitteilung. Einen historischen Überblick zur Entwicklung der Konzentrator-Photovoltaik gebe das Buch „Concentrator Photovoltaics“ von Prof. Luque und Prof. Andreev, erschienenen im Springer-Verlag im Jahr 2007.

07.02.2008 | Quelle: SolarTec AG, Fraunhofer ISE | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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