BUND: Bundeswirtschaftsminister Glos muss Blockade der Kraft-Wärme-Kopplung aufgeben

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos aufgefordert, die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nicht länger zu blockieren und den am 15.02.2008 im Bundesrat behandelten Gesetzentwurf zur Förderung von KWK-Anlagen entscheidend nachzubessern. Die Fördersätze im KWK-Gesetz müssten deutlich erhöht und die Begrenzung der Förderung auf maximal 750 Millionen Euro aufgehoben werden, fordert der BUND. Mit einer entschlossenen Förderung könnte die Strom- und Wärmeerzeugung in KWK-Anlagen bis 2020 verdreifacht werden. Auch der Bundesrat habe gefordert, den Gesetzentwurf nachzubessern, damit das „bescheidene“ Regierungsziel einer Verdoppelung der KWK-Energie erreicht werde, heißt es in der Pressemitteilung des BUND.

KWK-Gesetz soll Boom für die umweltfreundliche Energieerzeugung auslösen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz
„Atom- und Kohlekraftwerke müssen schnellstens von umwelt- und klimaverträglichen Alternativen abgelöst werden. Bisher betreibt die Bundesregierung die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung jedoch nur mit angezogener Handbremse. Deutschland wird seine Klimaschutzziele verfehlen, wenn neben Stromsparen und den erneuerbaren Energien die Kraft-Wärme-Kopplung nicht entschieden vorangebracht wird“, warnt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Wir brauchen ein mutiges KWK-Gesetz, das einen ebensolchen Boom für die umweltfreundliche Energieerzeugung auslöst wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz“, so Weiger weiter.

Mindestens eine Verdoppelung des KWK-Anteils erforderlich
In KWK-Anlagen werden 80 Prozent der eingesetzten Energie für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt, während der Wirkungsgrad von nur der Stromerzeugung dienenden Kohlekraftwerken lediglich 43 bis 46 Prozent beträgt. Bei Letzteren entweicht mehr als die Hälfte der Energie ungenutzt über die Kühltürme. Die Bundesregierung ist laut BUND derzeit noch weit von ihrem Ziel entfernt, durch Nutzung der KWK bis 2010 im Vergleich zu 1998 eine CO2-Minderung von 20 bis 23 Millionen Tonnen im Jahr zu erreichen. Dazu wäre mindestens die Verdoppelung des KWK-Anteils erforderlich. Dieser liegt derzeit bei lediglich 12 Prozent der Stromversorgung, obwohl laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ein Anteil von über 50 Prozent möglich wäre.
Weiger: „Jetzt, wo die geplanten Kohlekraftwerke auf immer stärkeren Widerstand in der Bevölkerung stoßen, versuchen die Energieriesen Ängste vor einer angeblichen Stromknappheit zu schüren. Dabei sind es Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, die in unschöner Eintracht mit Bundeswirtschaftsminister Glos eine effiziente, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung blockieren“, betont Weiger.
Ein BUND-Hintergrundpapier zum Entwurf des KWK-Gesetzes im Internet zugänglich unter http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/bundletter20080212/klima_eu_emissionshandel_hintergrund.pdf

18.02.2008 | Quelle: BUND | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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