Energie-Radar: Verbraucher fordern mehr Transparenz beim Ökostrom

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Die jüngsten Diskussionen über die Glaubwürdigkeit von Ökostromprodukten zeigen offenbar Wirkung: 91 Prozent der Deutschen fordern, dass Ökostrom von unabhängigen Stellen überprüft werden sollte. Dies ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Untersuchung, die das Marktforschungsinstitut mindline energy in Kooperation mit dem Energie Informationsdienst (EID) durchgeführt hat. Demnach geht der Wunsch nach einer externen und unabhängigen Überwachung von Ökostromangeboten quer durch die Bevölkerung. Nur bei jungen Leuten ist er mit 84 Prozent etwas schwächer ausgeprägt.
Die Verunsicherung der Verbraucher werde auch dadurch unterstrichen, dass 83 % aller Deutschen fordern, die Zusammensetzung von Ökostrom offenzulegen. Offenbar erhofften sich die meisten Deutschen durch mehr Transparenz eine höhere Verlässlichkeit des Umweltschutzversprechens, heißt es in der Pressemitteilung von mindline energy.
Mehr als die Hälfte der Deutschen hält Ökostrom für glaubwürdig
Interessant sei auch, wie glaubwürdig Ökostrom im Vergleich zu anderen Ökoprodukten in den Augen der Bevölkerung ist: Zwar halten 54 Prozent der Befragten Ökostrom für eher glaubwürdig – im Vergleich zu Produkten wie Bio-Lebensmitteln, die zwei Drittel für glaubwürdig halten, oder Öko-Farben und -Baustoffen (64 Prozent) zeige sich jedoch ein gewisses Vertrauensdefizit. Andererseits verdeutlichten die Ergebnisse, dass Öko-Textilien (51 Prozent), umweltfreundlich produzierte Möbel (51 Prozent) und umweltschonend organisierte Urlaubsreisen (32 Prozent) vergleichsweise weniger glaubwürdig sind als Ökostrom.

Ökostrom Interessenten schauen genau hin
„Zwar gilt Ökostrom immerhin bei einer knappen Mehrheit als glaubwürdig, die Deutschen sind jedoch skeptisch. Mehrkosten für Ökostrom werden nur dann toleriert, wenn es gelingt, den Umweltschutzaspekt glaubhaft zu machen“, kommentiert Michael Briem, Geschäftsführer von mindline energy, die Ergebnisse. Speziell im Ökosegment spiele die Glaubwürdigkeit von Produkten und Unternehmen eine herausragende Rolle. Verbraucher, die sich für Ökostrom interessieren, seien meist gut gebildet und schauten ganz genau hin, ehe sie sich für ein Angebot entscheiden. Das „Energie-Radar“ ist eine regelmäßige bevölkerungsrepräsentative Befragung von 1.000 Deutschen ab 14 Jahren. Die Untersuchung wird mit Hilfe telefonischer Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse werden regelmäßig und exklusiv vom EID veröffentlicht.

18.02.2008 | Quelle: mindline energy GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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