DLR nimmt Solar-Versuchseinrichtung im spanischen Almeria in Betrieb

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die spanische Energieforschungseinrichtung CIEMAT nahmen am 31.03.2008 auf der Plataforma Solar de Almeria eine zukunftsweisende Versuchseinrichtung in Betrieb. Der Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, eröffnete gemeinsam mit Prof. Cayetano Lopèz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von CIEMAT, die Einweihungsveranstaltung. Ein neuartiger Reaktor ist das Kernstück der von der EU-geförderten Projekte HYDROSOL I und II. Dabei entwickelt das DLR eine Technologie zur effizienten und wirtschaftlichen Wasserstofferzeugung durch Wasserspaltung mit Hilfe von Solarenergie.
Die Solarenergie ist mit Abstand die am meisten verfügbare Energieressource auf der Erde. Ihre Speicherung in Form chemischer Energieträger ist von größtem technischem und wirtschaftlichem Interesse. Besonders Wasserstoff (die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff) ist ein wichtiger Energieträger und damit ein wesentlicher Beitrag für die Energiewirtschaft.

Kontinuierliche Produktion von Wasserstoff mit Sonnenenergie
In dem Projekt HYDROSOL I entwickelten die Wissenschaftler seit 2004 innovative Reaktoren zur solaren Wasserspaltung. Hauptkomponente ist dabei eine keramische Wabenstruktur, ähnlich den Abgaskatalysatoren für Fahrzeugmotoren. Diese Struktur wurde für die Aufnahme der Solarstrahlung optimiert und mit einem Sauerstoff bindenden Material beschichtet. Das DLR konnte die Reaktoren in seinem Sonnenofen (einer Versuchsanlage, in der Experimente mit gebündeltem Sonnenlicht durchgeführt werden) im Standort Köln-Porz bereits erfolgreich testen. Bei Temperaturen von 800 bis 1.200 Grad Celsius demonstrierten die Experten mit der Durchführung von über 50 Produktionskreisläufen die kontinuierliche Produktion von Wasserstoff.

Internationale Auszeichnungen für HYDROSOL
Diese Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden wegen der möglichen weitreichenden Konsequenzen unter anderem mit dem Descartes-Forschungspreis der Europäischen Union und dem „Technical Achievement Award“ der International Partnership for the Hydrogen Economy ausgezeichnet. Auf Grund des Erfolges von HYDROSOL I wurde jetzt im Folgeprojekt HYDROSOL II das Konzept optimiert und die Anlage von 10 auf 100 Kilowatt Leistung vergrößert. Damit stellt der Reaktor mit seiner Größe und Automatisierung einen wichtigen Prototyp für eine industrielle Anlage dar.
Das Projekt HYDROSOL wird durchgeführt von einem internationalen Konsortium mit Teilnehmern aus Deutschland, Spanien, Griechenland, Dänemark und Großbritannien.

01.04.2008 | Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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