Jakob von Uexküll, Gründer des World Future Council, übt scharfe Kritik an Atomenergie-Vorstoß beim G8-Gipfel

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Der G8-Gipfel in Toyako wird zum Krisengipfel – der steigende Ölpreis zwingt die G8-Teilnehmer zu schnellem Handeln: Kohle und Kernkraft werden in Japan zu Top-Themen. In Hamburg warnte Jakob von Uexküll, Gründer des World Future Council (WFC), unterdessen vor einem Rückfall in das Atomzeitalter. „Die Staatschefs der G8-Staaten erwecken offenbar gezielt den Eindruck, als gäbe es bei der Lösung der weltweiten Energiekrise nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Dabei ist die Kernenergie als Maßnahme gegen den Klimawandel völlig untauglich, “ erklärte von Uexküll.
Hintergrund der Diskussion in Japan sind die drastisch steigenden Rohstoff-Preise und der sich rasant verschärfende Klimawandel als Folge der durch die Verbrennung von Öl und Kohle entstehenden CO2-Emissionen.

Politiker sollen sich auf die Erschließung der erneuerbaren Energien konzentrieren
Neben dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien fordert der WFC Anreize zur größeren Effizienz bei Produktion, Verteilung und Verbrauch von Energie. Atomtechnologie sei erwiesenermaßen nicht sicher und weltweit gebe es keine Lösung für den entstehenden Atommüll, betont der WFC. Hinzu käme der weltweit zunehmende Mangel an Kühlwasser, der die Stromlieferung von Atomkraftwerken sehr unsicher mache. Stattdessen sollten sich die Politiker der G8-Staaten voll auf die Erschließung der weltweit überall vorhandenen erneuerbaren Energien konzentrieren. „Wir brauchen einen internationalen Pakt für erneuerbare Energien“, fordert von Uexküll. „Und dazu brauchen wir den politischen Willen“, so der WFC-Gründer.
Jakob von Uexküll stiftete den als „Alternativen Nobelpreis“ bekannten Right Livelihood Award, der jedes Jahr humanitäre, soziale und ökologische Projekte auf dem Weg zu einer besseren Welt fördert Der Weltzukunftsrat (World Future Council) ist eine im Jahre 2000 von Jakob von Uexküll angeregte und 2004 ins Leben gerufene Initiative, die seit 2006 ihren Hauptsitz in Hamburg hat. Weitere Büros befinden sich in Großbritannien und in den USA.

Weitere Informationen zum WFC: http://www.worldfuturecouncil.org

08.07.2008 | Quelle: World Future Council | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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