Worldwatch Institut: „Solarenergie ist heiß“ – Photovoltaik-Wachstum um 51 %

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Die weltweite Produktion von Solarzellen wuchs im Jahr 2007 um 51 % auf insgesamt 3.733 Megawatt (MW). Das geht hervor aus dem neuesten „Vital Signs“-Bericht, den das Worldwatch Institut (Washington, D.C.) gemeinsam mit dem Prometheus Institute in Cambridge (Massachusetts) veröffentlicht hat. Demnach wurden 2007 nach ersten Schätzungen mehr als 2.935 Megawatt (MW) Photovoltaikleistung installiert und die kumulierte weltweite Gesamtleistung stieg auf knapp zehn Gigawatt (9.740 MW), was laut Worldwatch den Bedarf von mehr als drei Millionen europäischen Haushalten decken kann. „Aufgrund starker und angemessener Förderung in Ländern wie Deutschland und Spanien hat die Photovoltaikindustrie große Fortschritte beim Wirkungsgrad und hinsichtlich der Kosten gemacht und damit die Solarenergie der Wettbewerbsfähigkeit mit fossilen Brennstoffen näher gebracht“, sagt Janet Sawin, Autorin der Studie und Leiterin der Forschungsgruppe.

Europa produzierte 2007 Solarzellen mit rund einem Gigawatt
Im Laufe des vergangenen Jahres hat Europe, angeführt von Deutschland, Japan bei der Solarzellenproduktion überholt und Zellen mit einer Gesamtleistung von geschätzten 1,063 GW hergestellt. Dank hoher gesetzlicher Einspeisevergütungen blieb Deutschland weltweiter PV-Spitzenreiter; nahezu die Hälfte aller Solarmodule wurden hier installiert. Spanien kletterte auf Platz zwei, dort wurden laut Worldwatch jedoch nur etwa 3 % der Weltproduktion installiert. Wie in Deutschland wurde auch der spanische Markt von den gesetzlichen Einspeisevergütungen getrieben. Trotz eines kräftigen Zuwachses bei der Solarzellenfertigung (+ 48 %) auf 266 MW sei der Anteil der USA sowohl bei der Produktion als auch an den Installationen weiter gesunken.

China hat seine PV-Produktion mehr als versechsfacht
China hat sich bereits 2006 noch vor den USA auf den dritten Platz der weltweiten PV-Produzenten katapultiert und liegt seit 2007 nur noch hinter Japan. In den beiden vergangenen Jahren ist die PV-Produktion Chinas um mehr als das Sechsfache gewachsen, auf insgesamt 820 MW. Dennoch blieb der chinesische Binnenmarkt klein und China exportierte den größten Teil der Solarzellen nach Europa. „Mit den Milliarden Dollar, welche die Solarbranche in den letzten 12 Monaten investierte, wächst ihre Bedeutung sowohl großen netzgekoppelten Solarkraftwerken als auch bei der dezentralisierten, netzunabhängigen Photovoltaik und die Kosten werden immer wettbewerbsfähiger“, sagt Travis Bradford, Präsident des Prometheus Instituts. „Wenn die Photovoltaik in wenigen Jahren weitgehend wettbewerbsfähig ist, wir die Nachfrage zeitgleich überall auf der Welt explodieren“, fügt Bradford hinzu.

Experten erwarten dramatischen Preissturz um bis zu 50 %
Die Photovoltaikpreise sanken laut Worldwatch 2007 nur leicht, da weitere Preissenkungen angesichts der hohen Nachfrage und des andauernden Siliziummangels nicht weitergegeben worden seien. Analysten erwarteten jedoch in den kommenden beiden Jahren deutlich höhere Preissenkungen, um möglicherweise bis zu 50 %, wenn mehr Silizium zur Verfügung steht, die Skaleneffekte in der PV-Industrie greifen und neue Technologien eingeführt werden. Dann werde Solarstrom mit herkömmlicher Elektrizität in vielen Regionen wettbewerbsfähig, einschließlich Kalifornien und Südeuropa. „Photovoltaik und andere erneuerbaren Energien haben ein beträchtliches Potenzial, den weltweiten Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die Versorgung zu sichern, Arbeitsplätze zu schaffen und den Klimawandel zu bekämpfen. Der Ausbau der Erneuerbaren ist in erster Linie eine Frage des politischen Willens und bedarf einer kräftigen und in sich stimmigen Gesetzgebung, um den Markt voranzubringen“, fasst Sawin zusammen.
Weitere Informationen: „Another Sunny Year for Solar Power“

28.07.2008 | Quelle: Worldwatch Institut | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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