Solarwärme: Mehr als ein Drittel der 2007 in der EU installierten Sonnenkollektoren kommen aus Österreich

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Mit 281.000 Quadratmetern neu installierter Solarwärmeanlagen war Österreich 2007 nach Deutschland und Griechenland der drittstärkste Solarthermie-Markt in Europa. Sowohl in der Technologieentwicklung als auch hinsichtlich der Produktionszahlen und der Nutzung im eigenen Land liegt Österreich im EU-Vergleich vorne. Mehr als ein Drittel der im Jahr 2007 in der EU installierten 2,7 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche stammt aus österreichischer Produktion, berichtet der Verband Austria Solar in einer Pressemitteilung. Drei Viertel der in Österreich hergestellten Sonnenkollektoren werden in mehr als 20 Länder exportiert, das Exportvolumen hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht.
Fast 390 Millionen Euro Umsatz und rund 6.500 Vollzeitbeschäftigte zeigen die erreichte Wirtschaftsdimension der Solarwärmebranche. Seit zwei Jahren zählt sie zu den 20 größten Industriezweigen Österreichs.

Festakt “Gewinntechnologie Solarwärme” am 3. September in Gleisdorf
Einen wesentlichen Beitrag zu der beachtlichen Marktsteigerung in Österreich hat das seit 2004 aufende “klima:aktiv Programm solarwärme” geleistet. “Mit diesem klima:aktiv Programm wurden bisher Investitionen in der Höhe von mehr als 100 Millionen Euro ausgelöst, wovon mindestens ein Drittel dem lokalen Handwerk zugute kommt”, weist Austria Solar Obmann Robert Kanduth auf die positiven Marktauswirkungen des Programms hin. Die vermiedenen CO2-Emissionen über die gesamte Lebensdauer der initiierten Solaranlagen lägen bei 300.000 Tonnen. Die zentralen Erfolgsfaktoren seien die über Jahre hindurch gelungene Verbindung von Forschung, Förderpolitik und Begleitprogrammen sowie unternehmerischem Innovationsgeist. Die Umsetzung des Programms klima:aktiv solarwärme erfolgte durch ein Konsortium aus Austria Solar, AEE INTEC und arsenal research, die Programmleitung liegt bei der AEE INTEC. Beim Festakt “Solar:wärme – die Gewinntechnologie für Österreich” am 3. September 2008 in Gleisdorf, der zugleich den Auftakt der Konferenz GLEISDORF SOLAR 2008 bildet, wird das Programmteam die eindrucksvolle Erfolgsbilanz der letzten vier Jahre präsentieren.

Solarwärme auf dem Vormarsch
Die Energiequelle Sonne wird immer wichtiger: das Interesse an Solarwärme hat über die Jahre stetig zugenommen. Mit rund 150.000 Broschüren und Faltblättern zu thermischen Solaranlagen für Eigenheime, Mehrfamilienhäuser, Hotels und Pensionen wurden fast 110.000 interessierte Bürger von klima:aktiv solarwärme informiert. Wohnbauträger, Hotelbesitzer und Planer erhielten in 250 Veranstaltungen Informationen aus erster Hand. Mit 1,1 Millionen Zugriffen seit dem Start hat sich die Homepage www.solarwaerme.at zur wichtigsten österreichischen Solarplattform im Internet entwickelt. Das klima:aktiv Programm solarwärme initiierte und unterstützte auch Solarkampagnen in sechs Bundesländern: “Spar mit Solar” in der Steiermark, “Ja zu Solar” in Tirol, “Lach dir die Sonne an” in Niederösterreich, “Sonne für Wien”, “sonnenklar erneuerbar” in Kärnten und eine Salzburger Solaroffensive im Objektbau.

Intensive Öffentlichkeitsarbeit und Fachkurse für Handwerker und Berater
“Die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Programms hat zu einer verstärkten Aufmerksamkeit für Solarenergie in Österreich beigetragen”, ist Programmleiter Christian Fink von der AEE INTEC überzeugt. In zahlreichen Kursen wurden auch Handwerker und Fachberater geschult. “Insgesamt nahmen 1.160 Installateure, Planer, Monteure und Energieberater an den Fachkursen teil”, berichtet der Koordinator des Schulungsangebotes Fritz Brandstetter von arsenal research. Die Kurse vermitteln topaktuelles und praktisches Wissen über Anlagentechnik, Dimensionierung, Ausführung und Kundenkontakt bei thermischen Solaranlagen vom Einfamilienhausbereich bis hin zu Dienstleistungs- und Tourismusgebäuden.

Solarwärme Roadmap 2020: 10 Prozent solare Deckung des Niedertemperaturbedarfs
Trotz der beachtlichen Erfolge der letzten Jahre ist das noch unerschlossene Potenzial der Solarenergie enorm. Erstmals wird beim Festakt am 3. September mit der Solarwärme-Roadmap bis 2020 ein Fahrplan für die Zukunft vorgestellt. Der Ausblick zeigt, dass mittelfristig 10 Prozent solare Deckung des Niedertemperaturbedarfs Österreichs möglich sind, langfristig könnte jede vierte Kilowattstunde Wärme mit Solarenergie gedeckt werden. Neben tausenden neuen Arbeitsplätzen schafft Solarwärme damit auch die Möglichkeit, einen Teil der befürchteten Strafzahlungen wegen unerfüllter Klimaschutzziele zu vermeiden, die Details werden beim Festakt vorgestellt.
Programm und Anmeldung zum Festakt am 3. September 2008 in Gleisdorf unter www.aee-intec.at

04.08.2008 | Quelle: AEE INTEC – Institut für nachhaltige Technologien | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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