Photovoltaik-Industrie: Solarstrom kann bereits 2020 rund 12 % des Strombedarfs in Europa decken

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Mehr als 4.000 Wissenschaftler und 750 Unternehmen trafen sich vergangene Woche in Valencia, um Innovationen in der Photovoltaik zu präsentieren. Der europäische Photovoltaik-Industrieverband EPIA hatte am 2.9.2008 mehr als 50 Vorstände der wichtigsten PV-Unternehmen eingeladen, welche die Ziele der Photovoltaik-Industrie vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts und der steigenden Energiepreise neu definierten. Die Solar-Unternehmen vertraten einhellig die Meinung, dass Solarstrom aus Photovoltaik-Anlagen bis 2020 rund 12 % des Strombedarfs in Europa decken kann, weil die Weiterentwicklung der Photovoltaik rascher voranschreite, als bislang angenommen.
Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom (grid parity) wird laut EPIA von 2010 an schrittweise in verschiedenen europäischen Märkten erreicht werden. Die Länder mit der höchsten Sonneneinstrahlung und hohen Energiepreisen wie beispielsweise Italien und Spanien haben das Potenzial, die grid parity bereits 2010 beziehungsweise 2012 zu erreichen. In Deutschland erwartet EPIA die Wettbewerbsfähigkeit um das Jahr 2015, in den restlichen EU-Staaten bis 2020.

Photovoltaik als wirtschaftlichste Form der Stromerzeugung
Grid parity bedeutet, dass Strom aus Photovoltaikanlagen billiger sein wird als die Großhandelspreise für Elektrizität aus herkömmlichen Energiequellen. Damit wäre die Photovoltaik laut EPIA in den betreffenden Ländern die wirtschaftlichste Form der Stromerzeugung. Die PV-Industrie sei bestrebt, die Investitionen auszubauen, um die Kosten zu senken, wenn die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen bestehen, betont EPIA. Das seien angemessene Einspeisevergütungen für Solarstrom, der Vorrang bei der Netzeinspeisung und weniger Bürokratie. Außerdem müsse der Strategic Energy Technology plan (SET Plan) europaweit umgesetzt werden, um die Forschung, Entwicklung und den Einsatz der Photovoltaik zu beschleunigen, betont der Verband.

Zusätzliche Arbeitsplätze durch Technologieexport in Schwellen- und Entwicklungsländer
EPIA will sich mit weiteren Verbänden der erneuerbaren Energien beraten um gemeinsame Anstrengungen im Rahmen eines weltweiten Szenarios zu koordinieren. Das Ziel von 20 % erneuerbarer Energie in Europa könnten unter solchen Bedingungen sogar übertroffen werden, betont EPIA. Außerdem werden neue Exportmöglichkeiten zusätzliche Arbeitsplätze in der europäischen Photovoltaikindustrie geschaffen, wenn die Wettbewerbsfähigkeit auch in Schwellen- und Entwicklungsländern rascher erreicht wird, die ebenfalls eine hohe Sonneneinstrahlung aufweisen.
EPIA-Präsident Ernesto Macías, plädiert für “gemeinsame Anstrengungen der Photovoltaik-Industrie, um die Technologie zu einer wirksamen Lösung der weltweiten Energieprobleme zu machen”. “Ich fordere die spanische Regierung auf, die Photovoltaik weiterhin nachhaltig zu unterstützen, so Macías.

08.09.2008 | Quelle: EPIA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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