Energieffizienz: Gute Noten für das Solar Info Center Freiburg

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Der Ende August 2008 erschienene Abschlussbericht einer unabhängigen dreijährigen Monitorings gibt dem Solar Info Center Freiburg (SIC) gute Zensuren für seinen Betrieb. Das am Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) angesiedelte Programm SolarBau:Monitor (heute EnBau:Monitor) prüfte das Energieeffizienz-Gebäude bis 2007. Untersucht wurden Nutzerzufriedenheit und Energiebedarf. Wichtigstes Ergebnis der Bewertung: Die vorhergesagten Werte werden eingehalten oder sogar übertroffen – etwa die zu 100 Prozent emissionsfreie Wärmeversorgung und die Energieeinsparung um 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Gebäuden bei gleichen Kosten.
Über 80 Prozent der Nutzer fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz wohl und gaben die Noten “sehr zufrieden” oder “zufrieden”. Maßgeblicher Faktor war das angenehme Raumklima. Die Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz stufte die große Mehrheit der Befragten als “genau richtig” ein. “Das Niedrigenergiehauskonzept bringt die Voraussetzungen für eine hohe Arbeitsplatzqualität mit”, so der Abschlussbericht.

3.130 Megawattstunden Heizenergie eingespart
Der Heizwärmebedarf des Gebäudes liegt bei nur rund 25 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter und damit deutlich unter den Planungszahlen. Die Wärmeversorgung ist durch die eingebauten Wärmerückgewinnungsmaßnahmen des nahe gelegenen Heizkraftwerks der Uniklinik zertifiziert zu 100 Prozent emissionsfrei. Per Contracting installierte das Solar Info Center Komponenten, die mehr als doppelt so viel Energie gewinnen als im Solar Info Center verbraucht wird. Das entspricht einer Brennstoffeinsparung von 3.130 Megawattstunden (MWh) pro Jahr.

38 Prozent weniger Energiebedarf für die Kühlung
Die Kühlung des Gebäudes im Sommer erfolgt über eine Nachtluftkühlung und Erdsonden. Die bereits sehr guten Werte konnten durch das Monitoring weiter verbessert werden: Die Einbeziehung von Wetterprognosedaten für den nächsten Tag reduziert bei vorhergesagten kühleren Temperaturen die Nachtluftkühlung. Hierfür nutzen die Ingenieure eine neue Technik, die intelligente dynamische Betriebsführung (idB). Sie wurde bisher nur unter Laborbedingungen getestet. Ein geringerer Strombedarf und eine bessere Gebäudekühlung sind die Folge – der Testbetrieb für einen Teilbereich des SIC ergab 38 Prozent weniger Energiebedarf. Die Lüftung des Seminarbereichs über 80 Meter tiefe Erdsonden wurde mittels umluftgesteuertem Vorheizen und Kühlen verbessert, der ohnehin schon geringe Energiebedarf konnte weiter vermindert werden.
Zwei Unternehmen im Solar Info Center, die Energieagentur Regio Freiburg und das Fraunhofer ISE, arbeiten derzeit mit Partnern aus Deutschland, Finnland und Schweden an der weiteren Verbesserung des Energiemanagements von Nicht-Wohngebäuden durch Monitoring. Das Ziel des Projekts “BuildingEQ” der Europäischen Kommission liegt in der Entwicklung von Verfahren und Berechnungstools. Mit ihrer Hilfe soll der Anlagenbetrieb (Heizung, Lüftung, Klimatisierung etc.) in Nicht-Wohngebäuden so optimiert werden, dass Energie- und Kosteneinsparungen daraus erfolgen. Des Weiteren wird untersucht, inwieweit die ab Mitte 2009 gesetzlich vorgeschriebenen Energieausweise für die Optimierung herangezogen werden können.
Weitere Informationen: http://www.buildingeq-online.net.
Ein Kurzportrait des Solar Info Center gibt es in der Rubrik “Projekte” bei http://www.archiv.solarbau.de.

30.09.2008 | Quelle: Solar Info Center GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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