Solar2World-Projekt: Solarstrom für Dorfentwicklungsprojekt in Malawi

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Die Sonne scheint für alle – selten wird dies deutlicher als bei dem Solar2World Projekt im Gebiet Chilonga in Malawi (Südostafrika). Mit dem von der 1,6 kW-Solarstromanlage erzeugten Strom wird ein Dorfentwicklungsprojekt unterstützt, unter anderem der Aufbau eines Kindergartens und einer Schule, insbesondere auch für Aidswaisen. Außerdem wird eine Wasserpumpe mit Photovoltaik-Strom betrieben. Das Solar2World-Projekt wurde gemeinsam umgesetzt von der SolarWorld AG, der gemeinnützigen Liebenzeller Mission und Harald Leitl, Fachpartner der SolarWorld AG und Geschäftsführer des Umweltzentrums für Haustechnik in Gablenz. Unterstützt wurde das Projekt vor Ort von der Familie Urschitz aus Deutschland, die in Malawi lebt und dort für die Liebenzeller Mission arbeitet.

Solar-Licht statt Buschfeuer
Es war eine mühsame Anreise für Harald Leitl, bis er die Solarstrommodule vor Ort installieren konnte. Mit dem Geländewagen ging es von der Stadt Blantyre 460 km auf teilweise unbefestigten Wegen nach Chilonga. Auf dem dortigen Buschgelände kann man bereits die Mauern der künftigen Gebäude sehen. Leitl: „Die Reise glich einer Expedition ohne jeglichen Komfort“. Licht wird mit Buschfeuern gemacht, Strom gab es bisher nicht. Die Solar2World Module wurden sicher auf einem Blechdach befestigt, die Batterien zur Stromspeicherung und der Laderegler in einen Container montiert. Wechselrichter mit einer Leistung von maximal drei Kilowattstunden und Batterien liefern nun kontinuierlich Strom. Zwei separate 48 Volt-Module stellen die solare Versorgung der Grundwasserpumpe sicher; das Wasser wird in einem Tank auf einem Ziegelturm gespeichert. Bisher mussten die Frauen zwischen zwei und neun Kilometer zu Fuß und das Trinkwasser mit dem Eimer auf dem Kopf holen.

Solarstrom als Grundlage eines besseren Lebens
Vier Tage dauerte die Installation. „Die Menschen in der Gegend sind froh und dankbar, dass die Liebenzeller Mission gemeinsam mit der SolarWorld AG bessere Lebensbedingungen schafft, sie künftig elektrisches Licht haben und nicht länger Wasser aus einem Dreckloch schöpfen müssen“, berichtet Leitl. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG: „Das Solar2World Projekt in Malawi zeigt vorbildhaft, wie auch in entlegenen Gegenden Solarstrom die Grundlage für ein besseres Leben ist. Auch wenn Malawi kaum Rohstoffe besitzt, den ‚Rohstoff’ Sonne gibt es überall. Wir werden unser Engagement für weitere Solar2World Projekte – besonders in Afrika – noch verstärken.“

Malawi: Armut und Aids
Malawi, im südlichen Afrika gelegen, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im „Human Development Index“ (HDI), der die Entwicklung eines Landes darstellt und in dem derzeit 177 Länder gelistet sind, belegt es Rang 165. Malawi gehört auch zu den Ländern der Erde, in denen die Aidsseuche am schlimmsten wütet. Schon jetzt sterben landesweit jeden Tag 140 Personen an der Immunschwäche-Krankheit. Die Leidtragenden sind besonders die Kinder, die als Halb- oder Vollwaisen ihr Leben fristen müssen. Unter den etwa 12 Millionen Einwohnern Malawis sind rund 700 000 Kinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben. Schätzungen zufolge kann ihre Zahl bis ins Jahr 2010 auf über 1,5 Millionen wachsen.

25.10.2008 | Quelle: SolarWorld AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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