Gründerin der Elektrizitätswerke Schönau erhält internationale Auszeichnung als “Social Entrepreneur 2008”

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Ursula Sladek, Gründerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS), ist als eine von weltweit 200 “Social Entrepreneurs” in das Fördernetzwerk der führenden Organisation für Sozialunternehmertum, Ashoka, aufgenommen worden. Sie hat sich in einem mehrstufigen, nationalen und internationalen Auswahlprozess allein in Deutschland gegen rund 300 Mitbewerber durchgesetzt, weltweit wurden mehr als 7.000 Kandidaten begutachtet. Am 19. November wird sie in München als Social Entrepreneur geehrt. Frau Sladek erhält von Ashoka Beratungsleistung und Verbindungen zu Sozialunternehmern in 60 Ländern, damit sie die Erfolgsrezepte hinter den EWS – die Stärkung dezentraler Energieproduktion und die Beteiligung der Bürger an der Energieversorgung – weltweit verbreiten kann.

Bürgerbeteiligung an der Energieproduktion stärkt demokratische Strukturen
Ashoka zeichnet jedes Jahr weltweit die talentiertesten Social Entrepreneurs aus – Menschen, die unternehmerisches Denken mit sozialen, gemeinnützigen Zielen verknüpfen und bahnbrechende Lösungen für gesellschaftliche Probleme entwickeln. Das bekannteste Mitglied des Ashoka-Netzwerks ist Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. “Ursula Sladek ist von Ashoka ausgewählt worden, weil sie durch ein einzigartiges Konzept der Bürgerbeteiligung demokratische Strukturen stärkt und die Nutzung umweltfreundlicher Energien vorantreibt”, sagt Konstanze Frischen, Geschäftsführerin von Ashoka in Deutschland. “Sie macht Bürger zu unabhängigen, grünen Stromproduzenten.” Ursula Sladek kommentiert: “Die Aufnahme durch Ashoka bedeutet für mich eine große Ehre, und die Möglichkeit, noch weitaus mehr Menschen für unsere Ideen zu begeistern als bisher.” Mit der Auszeichnung von Ursula Sladek fördert Ashoka den ersten Social Entrepreneur aus Baden-Württemberg. In Deutschland werden von der Organisation seit 2005 mittlerweile 20 Sozialunternehmer unterstützt.

Vorreiter für grüne Energie in Deutschland
Ursula Sladek hat bereits in den neunziger Jahren – vor der gesetzlichen Liberalisierung – durch ihre Bürgerinitiative das Preismonopol auf dem Energiemarkt gebrochen. Sie hat gezeigt und vorgelebt, dass Bürger die Produktion und den Vertrieb von Elektrizität selbst in die Hand nehmen können. Die Elektrizitätswerke Schönau, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael ins Leben rief, waren und sind der Vorreiter für grüne Energie in Deutschland. Sie beliefern mehr als 75.000 Kunden direkt mit kernkraftfreiem Strom und spornen andere Anbieter dazu an, ebenfalls Produkte aus regenerativen Quellen zu offerieren. Statt möglichst viel Strom zu verkaufen, hilft Ursula Sladek ihren Kunden, möglichst viel Energie zu sparen. Darüber hinaus verfolgt sie eine große Zukunftsvision: die dezentrale, umweltfreundliche Produktion und Einspeisung von Energie. Sie ermöglicht es Privathaushalten ebenso wie kleinen Betrieben und Kommunen, durch Solaranlagen oder Mikro-Blockheizkraftwerke, die im Keller installiert werden können, Selbstversorger zu werden und ihre Überproduktion zurück ins Netz einzuspeisen. Die Energieeffizienz der kleinen Kraftwerke liegt bei 90%. Zum Vergleich: große Kohlekraftwerke haben eine Energieeffizienz von 30 bis 40%, der Rest geht als Wärme verloren. Ihr Ziel ist, dass bis 2050 fast 100% aller Energie in Deutschland aus grünen, energieeffizienten Quellen stammt.

10.11.2008 | Quelle: Ashoka Deutschland gGmbH; Elektrizitätswerke Schönau GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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