Konsens über EU-Richtlinie für erneuerbare Energien schafft positives Klima für die langfristige Entwicklung der Solarthermie in Europa

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Zum ersten Mal werden die Heizung und Kühlung, auf deren Konto etwa die Hälfte des europäischen Energiebedarfs geht, zum Gegenstand einer EU-Richtlinie für erneuerbare Energien. Diese EU-Richtlinie sorge für günstige Voraussetzungen zum Ausbau der Solarthermie in Europa, betont der europäische Solarwärme-Industrieverband ESTIF in einer Pressemitteilung. Das Europäische Parlament und die 27 EU-Mitgliedsstaaten hatten sich am 09.12.2008 über die neue Richtlinie verständigt, welche den Anteil der Erneuerbaren in der EU bis 2020 auf 20 % steigern soll. Die neue Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, Mindestanteile erneuerbarer Energiequellen für Neubauten und bei einer Sanierung im großen Stil vorzugeben.
In Europa zählt die Stadt Barcelona mit Ihrer Solarsatzung (“Ordenanca Solar”) zu den Pionieren ordnungsrechtlicher Vorgaben für die Solarenergie-Nutzung. ESTIF setze sich seit langem für das Barcelona-Modell ein, weil dies die Marktdurchdringung der Solarwärme in der Bauindustrie beschleunige, heißt es in der Pressemitteilung. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten haben bereits Solar-Pflichten nach dem Vorbild von Barcelona erlassen und noch mehr Regionen und Kommunen schlugen ebenfalls diesen Weg zur effektiven Unterstützung der Solarwärme ein.

Verlässliche politische Rahmenbedingungen für Investoren
“Mit dieser Richtlinie demonstriert die EU ihre führende Rolle in Sachen erneuerbare Energien”, sagt ESTIF-Generalsekretär Uwe Trenkner. “Sie schafft verlässliche politische Rahmenbedingungen und sorgt für das Vertrauen der Investoren – genau das, was unsere Industrie braucht. Die Solarwärme-Branche hat ehrgeizige Ziele und wird hart daran arbeiten, sie auch zu erreichen”, ergänzt Trenkner. Die Richtlinie, über die nun Konsens besteht, enthält für jeden Mitgliedsstaat verbindliche Zielvorgaben für das Jahr 2020, die einhergehen müssen mit eindeutigen Regelungen zur Umsetzung konkreter Maßnahmen. Bis 2010 sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, nationale Aktionspläne zu erstellen, in denen sie detailliert festlegen, wie die Zeile für 2020 erreicht werden sollen. Diese Aktionspläne müssen der EU-Kommission vorgelegt werden. ESTIF fordert nun, dass alle 27 Mitgliedsstaaten den Ausbau der Heizung und Klimatisierung mit erneuerbaren Energien kräftig politisch fördern. Der Verband will auch seine Arbeit mit den nationalen Solar-Verbänden intensivieren, um diese bei der Umsetzung der Richtlinie in den einzelnen Ländern zu unterstützen.

10.12.2008 | Quelle: European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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