Messerückblick “Enertech 08”: “Der griechische Markt braucht einen Ruck”

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Zum dritten Mal seit 2006 fand vom 20. bis 24. November 2008 die Messe Enertech 2008 und die Photovoltaic 2008 in Athen statt. Rund 200 Unternehmen aus 12 Ländern, vorwiegend aus Deutschland, Spanien Italien, China und Frankreich präsentierten auf etwa 14.000 Quadratmetern Produkte und Dienstleistungen für den Solar-Markt in Griechenland. Die zirka 11.000 Besucher kamen laut Messeleitung unter anderem aus der Industrie, dem Hotelwesen und dem verarbeitenden Gewerbe. Deutschland war mit seinem “German Pavillion” und China mit seinem “Center of Renewable Energy Sources – CRES” vertreten. “Die internationale Messe ENERGY-PHOTOVOLTAIC 2008 zählt zu den herausragenden Veranstaltungen dieses Jahres in Griechenland. Und wie bereits vor zwei Jahren haben mehr als 20 deutsche Unternehmen teilgenommen”, sagte der Deutsche Botschafter in Griechenland, Dr.Wolfgang Schultheiss.
“Außerdem hat sich dieses Jahr erstmals das Bundeswirtschaftsministerium mit einem Stand beteiligt und über neueste technologische Entwicklungen informiert”, so der Botschafter weiter.

Bürokratische Hürden und damit verbundene Kosten blockieren den Bau kleiner Solarstromanlagen
Griechenland könne zwar eine positive Bilanz der Solarthermie vorweisen und belege einen der ersten drei Plätze in Europa. Fast auf allen griechischen Dächern seien Solar-Kollektoren zu sehen, berichtet Grigorios Tsogias von dem Unternehmen HELIO-ENERY O. E.. Hinsichtlich der Photovoltaik-Dachinstallationen sei die Lage jedoch trotz erneuter Gesetzesanpassungen immer noch nicht transparent. Noch immer sei unklar, welchen Teil des produzierten Solarstroms der Anlagenbetreiber selbst verbrauchen müsse und welchen er verkaufen dürfe. Problematisch für die kleinen Solarstrom-Dachanlagen seien bürokratische Hürden und die damit verbundenen Kosten. “Die ganz kleinen Anlagen werden bürokratisch leider fast wie die Freifeldanlagen mit einer Leistung bis zu 150 KWp behandelt. Der Betreiber müsste zum Beispiel eine Firma gründen, um den produzierten Strom zu verkaufen”, berichtet Tsogias.

Anträge für Solarparks mit 3,5 Gigawatt gestellt
Bisher konzentrierten sich potenzielle Investoren aus diesem Grund auf Freilandinstallationen. Laut der Regulierungsbehörde für Energie (PAE) wurden etwa 7.800 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 3.430 Megawatt (MW) gestellt. Bis 2010 sollen etwa 790 MW genehmigt werden. Nach Angaben von „Hellenic Transmission System Operator S. A.“ lag die Photovoltaik-Leistung der an das Stromnetz angeschlossenen Systeme im September 2008 bei 6.363 KWp. Die erneuerbaren Energien insgesamt hatten zum gleichen Zeitpunkt einen Anteil von 2,15 an der gesamten Energieproduktion in Griechenland.

Aussteller sehen Potenzial, aber auch Hindernisse
“Der Markt braucht einen Ruck“, charakterisiert Yvonne Stehle vom Vertrieb der DEGERenergie GmbH, die zum ersten Mal in Griechenland ausstellte. Sokratis Semertzidis (DATA ENERGY ATE) betonte, dass die Investoren durch die griechische Bürokratie irritiert seien und für private Bauherren keine Anreize bestünden, in eine kleine Dachanlage zu installieren. Er appellierte an die griechische Regierung, rasch zu handeln, damit der Markt anspringt. Auch Gabriele Aicher, bei der Fronius International GmbH zuständig für Marketing und Messen, sieht ein großes Potenzial in Griechenland, teilt aber die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung im Lande der Sonne und der Winde mit ihren Kollegen.
Optimistisch zeigte sich Angelousis, Geschäftsführer der ELESIS Electrical Solutions, eines Unternehmens, das die komplette elektrische Ausstattung und Verkabelung für Photovoltaik-Parks anbietet. ELESIS habe sein Sortiment auf diesen Markt ausgerichtet und standardisiert und biete außer Modulen und Wechselrichtern alles, was für einen Solarpark gebraucht wird.

15.12.2008 | Quelle: HELIO-ENERY O. E. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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