Photovoltaik-Produktionsanlagenhersteller Roth & Rau AG bestätigt Umsatzplus von 86,1 %

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Die Roth & Rau AG (Hohenstein-Ernstthal), unter anderem Anbieter von Produktionsanlagen für die Photovoltaik-Industrie hat am 31.03.2009 ihre Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr 2008 veröffentlicht. Im Rahmen der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz in Frankfurt am Main bestätigte das Unternehmen die vorläufigen Zahlen. Demnach ist Roth & Rau auch im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2008 um 86,1 % auf rund 272 Millionen Euro (2007: 146 Mio. EUR). Dieser Anstieg sei vor allem auf die hohe Nachfrage nach Produktionsequipment und Technologien in der Solar-Industrie zurückzuführen, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Profitabilität verbessert
Die Ertragskennzahlen haben sich im vergangenen Jahr überproportional zum Umsatz verbessert, betont das Unternehmen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 122,4 % von 15,6 Mio. EUR auf 34,6 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdoppelte sich von 13,9 Mio. EUR auf 28,5 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge verbesserte sich somit von 10,6 % auf 12,7 % und die EBIT-Marge von 9,5 % auf 10,5 %. Neben den konsequenten Kostensenkungs- und Optimierungsmaßnahmen im Materialmanagement habe auch der im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Umsatzanteil des Geschäfts mit Einzelanlagen und Softwareautomation zur Profitabilitätssteigerung beigetragen. Das den Aktionären der Roth & Rau AG zustehende Ergebnis stieg ebenfalls deutlich um 97,1 % von 11,7 Mio. EUR auf 23 Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 49,2 % von 1,22 € auf 1,82 € je Aktie. Der Vorjahreswert sei unter Berücksichtigung der Erhöhung der Aktienanzahl durch die Ausgabe von Berichtigungsaktien im Rahmen der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Juli 2008 angepasst worden. In Einklang mit der langfristigen Wachstumsstrategie soll wie schon in den vergangenen Jahren auf eine Dividendenzahlung für das abgelaufene Geschäftsjahr verzichtet werden. Der erwirtschaftete Gewinn soll, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre, thesauriert werden und dem Unternehmen damit für die Finanzierung der geplanten Investitionen zur Verfügung stehen.

Strategische Meilensteine für das weitere Wachstum erreicht
Die Roth & Rau AG hat ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen im vergangenen Jahr gezielt ausgebaut. Durch die Akquisition der AIS Automation Dresden GmbH, die Beteiligung an der SLS Solar Line Saxony GmbH sowie die Übernahme der TECNOFIMES S.R.L ist der Konzern nun in der Lage, zirka 65 % statt wie bisher rund 45 % der Prozessschritte in der Wertschöpfungskette mit eigenen Produkten abdecken zu können. „Mit den getätigten Akquisitionen haben wir 2008 wichtige strategische Meilensteine erreicht. Wir haben damit unsere führende Marktposition weiter ausgebaut und sind nun optimal positioniert, um von dem langfristigen Wachstum des Photovoltaikmarktes profitieren zu können“, erklärte Finanzvorstand Carsten Bovenschen.
Ein weiterer strategischer Schwerpunkt lag 2008 auf dem Ausbau der internationalen Service- und Vertriebsstruktur mit der Konzentration auf künftige Wachstumsregionen in der Photovoltaik. Zu Beginn 2009 ist Roth & Rau damit bereits in den USA, China, Korea, Singapur und Indien vertreten. Weitere Tochtergesellschaften sollen folgen. Damit mache sich der Konzern zunehmend unabhängig von regionalen Entwicklungen und forciere den Ausbau des hochprofitablen Wartungs- und Ersatzteilgeschäfts. Die stärkere internationale Präsenz wird auch in dem Anstieg der Exportquote dokumentiert: 86,5 % des Umsatzes wurden 2008 mit Kunden im Ausland erwirtschaftet, 2007 waren es 59,0 %.

Aktueller Rückgang der Nachfrage nach Solar-Produkten – langfristiger Wachstumstrend intakt
Der weltweite konjunkturelle Abschwung wird sich im Jahr 2009 weiter fortsetzen, heißt es in der Pressemitteilung. Davon werde auch die Entwicklung der Solarindustrie betroffen sein. Roth & Rau rechnet vor diesem Hintergrund im laufenden Geschäftsjahr mit einem Rückgang der Nachfrage nach Solar-Produkten und damit auch nach Produktionsequipment. Mangelnde Finanzierungsmöglichkeiten sowie schlechtere Konditionen würden sich kurzfristig ebenfalls negativ auf die Investitionsbereitschaft der Kunden auswirken. Langfristig sei der Wachstumstrend in der Solar-Branche jedoch intakt. Experten rechneten mit einem erneuten Anstieg des Wachstums ab dem Jahr 2010. „Im Kampf gegen den Klimawandel führt kein Weg an der Solarenergie vorbei. Deshalb legen wir in den kommenden Jahren einen strategischen Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung. Wir begegnen so dem steigenden Innovations- und Kostendruck unserer Kunden, den Solarzellenherstellern, und leisten einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom und den damit verbundenen enormen Wachstumspotenzialen“, erklärte Bovenschen.

Prognose für das laufende Jahr bekräftigt
Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2009 das operative Geschäft der Roth & Rau AG beeinflussen werde, sei der Konzern mit einem Auftragsbestand zum Stichtag 31. Dezember 2008 in Höhe von 213 Mio. EUR (2007: 201 Mio. EUR) und liquiden Mitteln in Höhe von 92 Mio. EUR (2007: 63 Mio. EUR) gut gewappnet. Zudem entwickelte sich die Auftragslage im neuen Geschäftsjahr bislang zufriedenstellend. Bis zum 25. März 2009 seien bereits neue Aufträge in Höhe von 44,7 Mio. EUR eingegangen, die etwa 40 Mio. EUR zum Konzernumsatz 2009 beitragen werden. Vor diesem Hintergrund bekräftigte Bovenschen die getroffene Prognose für das laufende Jahr: „Wir rechnen im Jahr 2009 mit einem Umsatz von 245 Mio. EUR bis 270 Mio. EUR und einer weiteren Steigerung der Profitabilität. Darüber hinaus verfolgen wir konsequent das Ziel, unsere Marktposition auszubauen und weitere Marktanteile hinzu zu gewinnen.“

31.03.2009 | Quelle: Roth & Rau AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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