Ehemaliger sowjetischer Präsident Gorbatschow fordert mehr Solarenergie-Förderung

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Das internationale Grüne Kreuz (Green Cross International; Genf) berichtete am 30.03.2009 dass sein Gründer Michail Gorbatschow, ehemaliger Präsident der Sowjetunion, Regierungen und Wirtschaft aufgefordert hat, rasch und umfangreich in die Nutzung der Solarenergie zu investieren. Dies sei sowohl ein Weg aus der aktuellen Wirtschaftskrise als auch eine der dringend gebotenen Maßnahmen gegen den Klimawandel, so Gorbatschow bei einer Pressekonferenz im texanischen San Antonio anlässlich der 33. NPRA International Petrochemical Conference.
„Die Ölbranche ist ein wichtiger Akteur, und ihr Engagement ist unentbehrlich, um die enorme Anreicherung der Atmosphäre mit Treibhausgasen zu stoppen“, sagte Gorbatschow. „Die aktuelle Wirtschaftskrise muss jedoch der Beginn einer nachhaltigen Entwicklung sein, die schon lange überfällig ist. Jetzt muss im großen Stil in die Nutzung der Solarenergie investiert werden, damit diese wachsen und wirksam werden kann. Für zwei Milliarden Menschen, die momentan ohne Strom leben müssen, ist die Sonne die größte Hoffnung“.

Statusreports zur weltweiten Solar-Politik
Gorbatschow sprach über das enorme Potenzial der Solarenergie und über die Länderstudien des Grünen Kreuzes namens „Global Solar Report Card“. Dabei handelt es sich um ein neues Bewertungssystem, das die Solar-Investitionen von 16 Ländern analysiert. „Investitionen in die Nutzung der Solarenergie sind wesentlich zur Bekämpfung der Energiearmut. Die Solarenergie treibt das wirtschaftliche Wachstum voran und hilft beim Kampf gegen den Klimawandel“, betonte Matt Petersen, Präsident von Global Green USA und Vorsitzender des „Green Cross Energy“-Programms. „Um Arbeitsplätze zu schaffen, Armut zu bekämpfen und Treibhausgase zu mindern müssen Regierungen ihre Subventionen umschichten: weg von Öl, Gas und Kohle hin zur Solarenergie und Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien“. Der Präsident des GCI, Alexander Likhotal, ergänzte: „Die aktuelle Herausforderung ist, eine ökologische Wirtschaftspolitik in alle Volkswirtschaften der Erde zu integrieren – es genügt nicht, wenn ein einzelnes Land oder eine Region die Führung übernimmt“.

Deutschland, Kalifornien, Spanien und die USA sind die „Top 4“ Solar-Länder
Die Statusreports bewerten die Erfolge und Misserfolge politischer Rahmenbedingungen und Investitionen in eine nachhaltige Solarentwicklung von 16 Ländern sowie des US-Bundesstaates Kalifornien. Ergebnis der Untersuchung ist, dass sich sämtliche Länder noch in einem frühen Stadium befinden, auch Deutschland, das derzeit das Solar-Land Nr. 1 ist. Die Bewertung basiert auf einem 100-Punkte-System, das maximal 30 Punkte für die gesamte installierte Nennleistung der Solaranlagen eines Landes vergibt und bis zu 70 weitere Punkte für Maßnahmen und Gesetze, die das Wachstum in der Solar-Branche vorantreiben können. Demnach erhält Deutschland für seine Rahmenbedingungen und für die weltweit größte Solarenergie-Kapazität die Note 1 minus. Der US-Bundesstaat Kalifornien wurde mit der Note 2 zweiter und Spanien kam mit der Note 3 plus auf den dritten Rang. Mit der Ausweitung der staatlichen finanziellen Anreize für Öko-Investitionen bekennen sich die USA (3 plus) zu einem langfristigen Engagement für die Cleantech-Branche und nehmen den vierten Platz ein. Die verstärkte Förderung der Solarenergie ist Teil des Konjunkturpakets der USA. Das Grüne Kreuz ist jedoch überzeugt, dass in einem Land mit derart umfangreichen finanziellen, technologischen und solaren Ressourcen viel mehr getan werden könnte.

Die Statusreports sind im Internet zugänglich unter http://www.globalgreen.org/solarreportcard

06.04.2009 | Quelle: www.globalgreen.org | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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