Baden-Württembergischer Hersteller von Anlagen zur Solarmodulfertigung steigert Umsatz und baut Geschäftsfeld Photovoltaik aus

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2008 war für die Robert Bürkle GmbH (Freudenstadt), Hersteller von Laminieranlagen zur Solarmodul-Herstellung das Jahr des Durchbruchs. Der Anlagenbauer erwirtschaftete nach eigenen Angaben im neuen Marktsegment Photovoltaik auf Anhieb 31 Millionen Euro Umsatz. Damit steigerten die Laminier-Spezialisten den Gesamtumsatz von 108 auf 115 Millionen Euro. Die Freudenstädter sind zwar ein junger, aber erfolgreicher Einsteiger in den Markt der Photovoltaik-Produktionsanlagen. Bis Ende 2008 verkaufte Bürkle nach eigenen Angaben dreizehn Mehr-Etagen-Laminatoren der Marke „Ypsator“ und dreizehn Ein-Etagen-Laminierer „Easy-Lam“.
„Zwei weitere Ypsatoren sind bestellt und werden bis zum Sommer geliefert“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Bender. Die Anlagen pressen Glas, Folie und Solarzellen zu kristallinen oder Dünnschichtmodulen zusammen. In Deutschland, Italien, Kanada, Taiwan und China sind mittlerweile Bürkle-Anlagen für die Solarindustrie zu finden. Mehr als 400 Megawatt Sonnenenergie speisen Solarmodule, die auf Bürkle-Anlagen hergestellt sind, pro Jahr in Stromnetze ein, rechnet das Unternehmen vor. Dass der Ypsator nicht nur technisch auf hohem Niveau ist, sondern auch ansprechend aussieht, beweisen Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden: iF Award, red-dot Award sowie der amerikanische Preis Good Design.

Solarmodulproduktion auf mehreren Etagen
Um ihre Kompetenz auszubauen investierten die Schwarzwälder im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Euro an den Standorten Freudenstadt, Rietberg-Mastholte und Schanghai in neue Maschinen und Gebäude. Glanzstück ist das 1000 m² große Innovationszentrum in Freudenstadt, das Kunden seit der Einweihung im November täglich aufsuchen. „Hier analysieren wir, welche Anlagenkonzepte zu den Solarmodulproduzenten passen“, sagt Geschäftsführer Bender. Dabei habe sich die Strategie als richtig erwiesen, Solarmodule auf mehreren Etagen herzustellen. „Weil Hallenflächen teuer sind und der Ypsator sich in nahezu jede Werkssituation einpasst, verkauft er sich so gut“, weiß der Chef. Hersteller wie Scheuten Solar und Day4Energy setzten auf Bürkle-Technologie. Sogar das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg forsche auf einem Laminator von Bürkle. Durch die enge Kopplung an die Wissenschaft und die in mehr als 20 Jahren in den Marktsegmenten Holz und Elektronik erprobte Technologie, auf Thermoöl beheizten Heizplatten zu laminieren, sichere sich Bürkle Wettbewerbsvorteile.

Solarstrom erstmals fast so billig wie Elektrizität aus herkömmlichen Kraftwerken
Im Segment Holz setzte Bürkle im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro um. 34 Millionen Euro erwirtschaftete die Firmengruppe in der Sparte Elektronik (15 Millionen) und Service (19 Millionen). Die Exportquote lag 2008 bei 80 Prozent. Wegen der aktuell angespannten Wirtschaftslage rechnet Bender 2009 mit einem Umsatzrückgang von mehr als 30 Prozent. „Verschiedene Prognoseinstitute gehen davon aus, dass bis Mitte diesen Jahres die Photovoltaikindustrie die Talsohle durchschritten hat“, sagt Bender. Zudem helfe der Branche, dass der Preis für Solarmodule schneller falle als Einspeisvergütungen sinken. Sonnenenergie sei erstmals fast so billig wie Strom aus herkömmlichen Kraftwerken, stellt Bender fest. Insgesamt rechne die Photovoltaikbranche bis 2020 mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 20 und in Spitzen bis zu 55 Prozent. Bis Ende 2010 will Bürkle die Hälfte des Umsatzes in der Photovoltaikindustrie erzielen. Derzeit arbeiten von den 488 Mitarbeitern in Freudenstadt und Mastholte rund 100 für den Solarsektor, plus 20 Servicetechniker, die weltweit im Einsatz sind.

08.04.2009 | Quelle: Robert Bürkle GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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