Photovoltaik in Österreich: Solarwirtschaft klagt über „totale Sonnenfinsternis“

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„Die Bilanz der Photovoltaik-Wirtschaft in Österreich ist dramatisch“, sagt Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA). Nach Recherchen des PVA wurden 2008 nur 2,9 Megawatt (MWp) PV-Leistung in Österreich neu installiert. Im internationalen Vergleich sei die Branche damit völlig abgestürzt, betont der Verband. „Für die PV-Industrie herrscht die totale Sonnenfinsternis“, kommentiert Kronberger. Schuld daran sei die verfahrene Förderpolitik: „Das alte Ökostromgesetz ist noch in Kraft, funktioniert aber nicht – das neue liegt seit Monaten in Brüssel, ist völlig unzureichend und niemand weiß, ob es jemals bewilligt wird.“

Österreichische PV-Unternehmen fast 100 % auf den Export angewiesen
„Österreich hat es nicht geschafft, den Solarstrom-Boom 2008 zu nutzen. Auf Grund ungünstiger Rahmenbedingungen ist der Heimmarkt vom internationalen Trend abgekoppelt“, berichtet Christoph Panhuber, Spartenleiter Solarelektronik bei dem Unternehmen Fronius. Die heimischen PV-Unternehmen seien zu fast 100 % auf den Export angewiesen. Betroffen von der „Sonnenfinsternis“ seien neben den Interessenten, vor allem die Händler, Elektriker und Monteure. „Gerade jetzt im Frühjahr sollten wir für unsere Kunden die Anlagen planen und organisieren. Durch die unklare Fördersituation gehen uns laufend Aufträge verloren“, berichtet der Photovoltaik-Installateur Rudolf Raymann.

Magerer PV-Zubau im Vergleich mit den Nachbarn
Österreich konnte im Jahr 2008 die PV-Leistung laut PVA nur um 2,9 MWp ausbauen und stehe nun bei insgesamt rund 30 MWp. Die Nachbarländer hätten 2008 mehr erreicht stellt der Verband fest: Deutschland: +1.500 MWp; Italien: +258 MWp; Tschechien: +51 MWp und die Schweiz: +11 MWp. Weltweit verzeichnete die Photovoltaik 2008 ein Rekord-Wachstum um 117 %. Rund 5,7 GWp wurden insgesamt neu installiert. Diese Neuanlagen liefern so viel Strom wie ein durchschnittliches AKW, betont PVA. In Europa sichere die PV-Branche mittlerweile gut 100.000 hochwertige Arbeitsplätze.

Sofortmaßnahmen sollen ausreichend Mittel bereitstellen
Vor diesem Hintergrund fordert PVA ein Ökostromgesetz nach Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), damit der Ausbau des PV-Marktes endlich auf internationales Niveau gebracht werden könne. Bis es in Österreich ein praxistaugliches und wirtschaftlich sinnvolles Ökostromgesetz gibt, müssen laut PVA ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden. Als Sofortmaßnahme seien im „KLI.EN-Fonds“ ausreichend Mittel sicherzustellen, damit noch 2009 jeder Antragsteller die Chance habe seine Anlage wirtschaftlich zu errichten.
Die Politik sei gefordert, gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise die Zukunftsbranche Photovoltaik mit ihren bereits vorhandenen 1.500 Arbeitsplätzen zu unterstützen und auszubauen, appelliert der PVA.

09.04.2009 | Quelle: PVA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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