US-Marktforschungsunternehmen Gartner: Nachgelagerte Märkte gewinnen im Photovoltaik-Markt an Bedeutung

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Das führende US-Forschungs- und Beratungsunternehmen für Informationstechnologien, Gartner Inc. (Stamford, Connecticut), berichtete am 14.04.2009, dass seine jüngste Marktanalyse der Solarindustrie auf eine weiter wachsende Rolle der Strombezugsvereinbarungen (power purchase agreements, PPAs) hindeute. Am 31.03.2009 hatte SunEdison (Beltsville, Maryland) gemeldet, als erster Eigentümer bzw. Betreiber von Photovoltaik-Kraftwerken mehr als 100 Gigawattstunden (GWh) Solarstrom geliefert zu haben.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben über 450 Millionen US-Dollar zur Projektfinanzierung von verschiedenen Investoren aufgebracht. Gartner glaubt, dass die Ankündigung von SunEdison die wachsende Bedeutung von Photovoltaik-Strombezugsvereinbarungen widerspiegelt. Die Solarindustrie sei auf der Suche nach Geschäftsmodellen mit hohem Ertragspotenzial und besseren Vertriebskanälen zur Erschließung des US-Marktes.

Systemanbieter verlieren im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld an Bedeutung, Finanzierung führt zu Engpässen
Die Kräfteverhältnisse in der Solarindustrie haben sich laut Gartner im späten dritten Quartal des Jahres 2008 verschoben, als die Wirtschaftskrise den Markt empfindlich traf. Es werde erwartet, dass die Preise für Solarzellen und für Rohsilizium weiter sinken, und die Photovoltaik-Produzenten in sämtlichen Regionen gleichzeitig die Erweiterungspläne für Produktionskapazitäten streichen. Die Marktanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Produzenten und deren Investoren hoffen, dass das Konjunkturpaket in den USA oder eine steigende Nachfrage in Europa den Markt wieder ankurbelt. Etablierte Solar-Produzenten konnten 2007 und während der ersten drei Quartale 2008 noch selbst entscheiden, welche Kunden sie zu welchen Geschäftsbedingungen beliefern und z. B. Anzahlungen fordern. In diesem Zeitraum waren laut Gartner auch neu gegründete Unternehmen in der Lage, Produkte ohne Preisdruck und mit der Aussicht auf den Markt zu bringen, auch Kunden zu finden. Gartner geht davon aus, dass sich nun die Finanzierung als Engpass für die Branche erweist und Unternehmen mit Zugriff auf Kapital die Geschäftsbedingungen diktieren können. Finanzierungsunternehmen würden bestimmen, welche Technologien sie akzeptieren oder ablehnen. Diese Entscheidung hänge sowohl davon ab, wie ausgereift die jeweiligen Technologie ist als auch von der Überlebensfähigkeit der Produzenten. Diese Marktsituation bedeute, dass PPA-Unternehmen, die Solarstrom im Rahmen von Strombezugsvereinbarungen verkaufen (wie z.B. SunEdison, Solar Power Partners, MMA Renewable Ventures, SolarCity, Tioga Energy, etc.), eine wesentliche Rolle für den Erfolg der Photovoltaik in den USA spielten.

Etablierte Produzenten und neue Unternehmen sind gefordert, die Anforderungen der PPA-Unternehmen zu erfüllen
Obwohl die PPA-Unternehmen auch von der Kreditkrise betroffen sind, sieht Gartner für diese Stromlieferanten Chancen einer verbesserten Projektfinanzierung. Wenn es den PPA-Unternehmen gelingt, ihre Finanzierung auszubauen, werden sie laut Gartner in naher Zukunft die Geschäftsbedingungen in der Photovoltaik-Branche diktieren können. Deshalb rät Gartner sowohl den etablierten Herstellern von Solarzellen, Wechselrichtern oder Überwachungssystemen als auch jungen Unternehmen, die Ansprüche der PPA-Unternehmen ernst zu nehmen und gleichermaßen auf den potenziellen Ertrag und die Risikominimierung hinzuarbeiten. Hauptautor der jüngsten Gartner-Studie ist Alfonso Velosa.

23.04.2009 | Quelle: Gartner, Inc. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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