Solarhaus aus Holz: Sieger des Solar Decathlon 2007 geht in die Langzeiterprobung

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Holzbau stehe an der Spitze der neuesten technischen Entwicklung, heißt es in einer Pressemitteilung des aid infodienstes. Dies beweise das Solarhaus der Technischen Universität Darmstadt, Sieger beim „Solar Decathlon 2007“, eines von der US-Regierung ausgeschriebenen internationalen Wettbewerbs um das beste Solarhaus. Das studentische Entwicklungsteam um Professor Manfred Hegger von der TU Darmstadt zeige mit seinem Wettbewerbsbeitrag, dass sich höchste Energieeffizienz sehr gut mit Ästhetik und hohem Wohnkomfort vertrage. Um aussagekräftige Daten über einen längeren Zeitraum zu erhalten, soll das Haus ab Mai 2009 im Rahmen eines Monitoring-Forschungsprojektes zwei Jahre lang im Alltag genutzt werden.
Das Solarhaus ist durchgehend mit Materialien, Komponenten und Systemen aus Deutschland ausgestattet und in Zusammenarbeit mit deutschen Herstellern gebaut, heißt es in der Pressemitteilung. Es handle sich um eine Holzständer-Konstruktion mit Vakuumdämmelementen außen und Latentwärmespeichern im Innenraum. Holz als Baustoff verbrauche zur Herstellung und Verarbeitung wenig Energie. Die Verwendung von Holz als nachwachsendem, lokal produziertem Rohstoff sei für das Entwicklungsteam der TU Darmstadt deshalb besonders wichtig gewesen.

Praxistest unter Alltagsbedingungen
Im Mai 2009 beginne nun der umfangreiche Praxistest unter Alltagsbedingungen. Hierzu habe das Team der TU Darmstadt eine große Zahl von Sensoren im, am und rund um das Haus installiert. Besonders wichtig sei dabei die kontinuierliche und automatisierte Erfassung der Kennwerte zu Behaglichkeit sowie des Energieverbrauchs für Raumklimatisierung und Brauchwassererwärmung, heißt es in der Pressemitteilung. Die Wirksamkeit der Systeme zur Wärmerückgewinnung und die Ausnutzung der internen und solaren Gewinne sollen ebenfalls untersucht werden.

Beispiel für leistungsfähigen Einsatz von Holzwerkstoffen
Die Anwendung von Massivholz als sichtbare Konstruktion in Verbindung mit moderner Architekturästhetik zeige, wie leistungsfähig Holzwerkstoffe eingesetzt werden können, berichtet aid. Auch im Innenausbau, der eine außerordentlich hohe Flexibilität der Raumnutzung aufweise, hätten die Wissenschaftler nachwachsende beziehungsweise lokal produzierte Baustoffe verwendet. Als Konstruktionsholz habe das Entwicklungsteam Fichtenholz eingesetzt, für die Aussteifung Buche-Mehrschicht-Platten beziehungsweise so genannte Livingboards (Spanplatten mit formaldehydfreiem Kleber). Eichenholz habe für alle sichtbaren Stützen und Oberflächen Verwendung gefunden.
Die Fassade sei im Süden und Norden von großformatigen Fenstern geprägt, heißt es in der Pressemitteilung. Alle raumhohen Fensterelemente seien mit gedämmten Eichenholzrahmen ausgeführt. Das Gebäude erfülle dabei hohe Anforderungen an Dämmleistung und Energiebedarf (zertifiziertes Passivhaus).

09.05.2009 | Quelle: aid infodienst, Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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