China startet Förderprogramm für große gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen

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Ende März 2009 hat das Finanzministerium der Volksrepublik China ein Förderprogramm für Solarstromanlagen ins Leben gerufen, mit dem Module an oder auf Gebäuden und einer Nennleistung von mindestens 50 Kilowatt ab sofort mit bis zu 20 Yuan (2,21 Euro) pro Watt installierter Leistung bezuschusst werden. Freiflächenanlagen sind von der Förderung ausgeschlossen. Des Weiteren werden spezifische Anforderungen an die eingesetzten Komponenten gestellt, berichtet das Solarstrom-Magazin PHOTON. Module auf Basis von monokristallinem Silizium müssen Wirkungsgrade von mindestens 16 Prozent aufweisen, multikristalline Module 14 Prozent und Dünnschichtmodule 6 Prozent.
Die genaue Höhe der Zuschüsse richte sich nach dem „Grad der Integration in das Gebäude“, zitiert PHOTON das chinesische Finanzministerium. Von einer Obergrenze der Förderung (Deckel) für den Zubau oder die zur Verfügung stehenden Gelder sei in der Ankündigung des Ministeriums nicht die Rede. Die Förderung werde aber jedes Jahr neu bewertet.

Umfang und Effekte des Förderprogramms unklar
In einem PHOTON-Interview bezeichnete Junfeng Li, Generalsekretär des chinesischen Industrieverbandes für erneuerbare Energien (CREIA), das Papier des Ministeriums als „seltsames Dokument“. Darin seien viele sonderbare Dinge zu finden und dennoch sei es nicht besonders detailliert. Junfeng Li, der auch Direktor des Energieforschungsinstituts ERI ist, das bei der nationalen Kommission für Entwicklung und Reform NDRC angesiedelt ist, stellt fest, dass niemand wisse, wie viel Geld zur Verfügung stehen wird. Prognosen, denen zufolge mit dem Programm ein Zubau von 100 Megawatt an Photovoltaikleistung angestoßen werden könnte, hält Li für wenig verlässlich: „Niemand kann sagen, wie viel Kapital zur Verfügung stehen wird, um die Installation von Solaranlagen zu fördern. Wenn jemand behauptet, er wüsste es, ist das ein Gerücht“, so der CREIA-Generalsekretär in der Mai-Ausgabe der PHOTON.

Ein guter Anfang, aber nicht perfekt
Für die Volksrepublik China, in der im Jahr 2008 Solarzellen mit einer Nennleistung von 2,6 Gigawatt hergestellt wurden, käme zwar ein Ausbau in dieser Größenordnung nahezu einer Verdoppelung der derzeit installierten Gesamtleistung von etwa 140 Megawatt gleich, doch Li erwartet nicht, dass sich der Absatz der chinesischen Photovoltaik-Produzenten deutlich in Richtung Inlandsmarkt verschieben wird. „Wenn die Hersteller die Chance haben, alles zu exportieren, werden sie dies zweifellos tun“. Li fordert unter anderem, die Bevorzugung von gebäudeintegrierten Solaranlagen zu streichen und auf unnötige Standards zu verzichten. Er zeigte sich aber zufrieden, dass die Regierung das Papier überhaupt auf den Weg gebracht und endlich eine Förderung für den Markt eingeführt habe. Das sei zwar nicht perfekt, aber ein guter Anfang.
Das komplette Interview ist veröffentlicht in der PHOTON (5/2009, S. 14).

11.05.2009 | Quelle: PHOTON Europe GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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