Nobelpreisträger drängen auf Handeln im Klimaschutz

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Die Teilnehmer des St James’s Palace Nobelpreisträger-Symposiums haben in London am 28.05.2009 gemeinsam ein Memorandum verabschiedet, in dem sie fordern, dass „Regierungsvertreter aller Ebenen und die wissenschaftliche Gemeinschaft gemeinsam mit Unternehmen und Gesellschaft die historische Gelegenheit nutzen, unsere Kohlenstoff-intensive Wirtschaftsweise zu einem nachhaltigen und gerechten System zu transformieren.“ Drei Tage lang hatten mehr als 20 Nobelpreisträger mit einigen der weltweit führenden Klimawissenschaftler, mit Politikern und Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft die Dimensionen des Klimawandels und die heutige Nachhaltigkeitskrise diskutiert. Die Teilnehmer erörterten Strategien, wie man sich diesen Herausforderungen stellen kann.

Jedes Land muss in einem Geist des Vertrauens handeln
In Gegenwart des Schirmherren der Veranstaltung, des britischen Thronfolgers Prinz Charles, wurde das St. James’s Palace Memorandum am 28.05.2009 unterzeichnet. Der US-amerikanische Energieminister und Nobelpreisträger Steven Chu war einer der Hauptredner auf dem Symposium. „Zum Ende des Kalten Krieges war die Logik guter Politik, sich gegenseitig zu versichern abzurüsten. Angesichts der globalen Herausforderung Klimawandel sollte nun die gegenseitige Versicherung Emissionen zu reduzieren die Logik sein“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der die Symposiumsreihe zur globalen Nachhaltigkeit initiiert hat. Wie es im Memorandum heißt, „muss in einem Geist des Vertrauens jedes Land handeln und sich dabei darauf verlassen können, dass alle anderen Länder ebenso handeln werden.“

Kohlenstoff-armes Energieversorgungssystem dringend erforderlich
Die Teilnehmer des Symposiums fordern eine „globale Vereinbarung für den Klimaschutz, die dem Maßstab und der Dringlichkeit der heutigen menschlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen gerecht wird.“ Klimafolgen wie Dürren, der Anstieg des Meeresspiegels und Überflutungen könnten zu Massenabwanderungen und Konflikten führen. „Eine Handlungsaufforderung, die auf stichhaltigeren Beweisen beruht, können politische Entscheidungsträger nicht erwarten“, führen die Unterzeichner im Memorandum aus. Sie benennen drei zentrale Anforderungen: ein effektives und gerechtes globales Klimaschutz-Abkommen, ein Kohlenstoff-armes Energieversorgungssystem sowie den Schutz, die Erhaltung und die Wiederaufforstung von tropischen Wäldern.

Mittel zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise klug verteilen
Das St. James’s Palace Memorandum knüpft an das Potsdam-Memorandum an, das im Oktober 2007 auf dem ersten Nobelpreisträgertreffen verabschiedet wurde, und stützt sich auf jüngste wissenschaftliche Fortschritte bei der Erforschung des Klimawandels. In Potsdam haben die Symposiumsteilnehmer gefordert, dass in einer Großen Transformation die technologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen herbeigeführt werden, die notwendig sind um die Doppel-Herausforderung globaler Umweltzerstörung und anhaltender Armut bewältigen zu können.
Auf dem St. James’s Palace Symposium betonten die Teilnehmer, dass die Welt die Chance versäumen wird, die globale Nachhaltigkeits-Herausforderung zu bestehen, wenn die Mittel zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht klug verteilt werden und der Weg zur Kohlenstoff-armen Wirtschaftsweise eingeschlagen wird.
„Mit der Symposiumsreihe möchten wir einen Dialog der führenden Denker mit Entscheidungsträgern anregen, sodass sie anhand einer Art Nachhaltigkeits-Kompass angemessen auf die Klima-Herausforderung reagieren können“, sagt Schellnhuber. Die Veranstaltung in London wurde unter anderen von der Volkswagenstiftung und dem Unternehmen Vattenfall unterstützt.

01.06.2009 | Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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