Monika Marons Bericht “Bitterfelder Bogen” erzählt die Geschichte des Photovoltaik-Konzerns Q-Cells

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“B. ist die schmutzigste Stadt Europas”, schrieb Monika Maron in ihrem Debütroman “Flugasche” (1981). B. steht für Bitterfeld, bis heute ein Synonym für marode Wirtschaft und verkommene Umwelt. Dreißig Jahre später hat die Autorin die Stadt wieder besucht und die Spur der Veränderungen nachgezeichnet. Sie erzählt von der Wiederauferstehung einer Region, vor allem aber vom Aufbruch einiger Kreuzberger Solar-Enthusiasten in die Sachsen-Anhaltinische Provinz, wo sie eine Solarzellenfabrik mit vierzig Arbeitsplätzen bauen wollten. Die Not der einen, für die jeder Arbeitsplatz kostbar war, und der Traum der anderen schmiedete ein Bündnis, dem fast Unglaubliches gelang. Nur acht Jahre später ist Q-Cells der größte Solarzellenhersteller der Welt.
Aus der kleinen Solarzellenfabrik ist das “Solar Valley” mit dreitausendfünfhundert Arbeitern, Wissenschaftlern und Ingenieuren geworden. “Vielleicht kennen ja sogar die Ostdeutschen ihre eigenen Erfolgsgeschichten zu wenig, um stolz auf sie und sich selbst zu sein”, so die Autorin.

Monika Maron ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt heute wieder in Berlin. Sie veröffentlichte u.a. die Romane “Flugasche”, “Die Überläuferin”, “Stille Zeile sechs”, “Animal triste”, “Pawels Briefe. Eine Familiengeschichte” und “Endmoränen”, zuletzt erschien 2007 “Ach Glück”. Für ihr erzählerisches und essayistisches Werk wurde sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992) und dem Friedrich-Hölderlin-Preis (2003), zuletzt mit dem Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis 2009. Am 16. Juni 2009 erhielt Monika Maron den Deutschen Nationalpreis.

Monika Maron: Bitterfelder Bogen. Ein Bericht. S. Fischer Verlag GmbH. 176 Seiten, gebunden. ISBN 978-3-10-048828-2. € 18,95
Leseprobe unter www.fischerverlage.de.

25.07.2009 | Quelle: S. Fischer Verlag GmbH. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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