Wacker präsentiert neuartiges thermoplastisches Einbettungsmaterial für Photovoltaik-Module

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Auf der 24th European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition stellt der Münchner Chemiekonzern Wacker ein neues thermoplastisches Einkapselungsmaterial für die Herstellung von Solar-Modulen vor. Die auf einem Silicon basierende elastische Kunststoff-Folie lasse sich unter Wärmeeinwirkung verformen und sei einfach und schnell zu verarbeiten, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Aufgrund ihres einzigartigen Eigenschaftsprofils sei die unter dem Markennamen “TECTOSIL” erhältliche Folie gängigen Einkapselungsmaterialien deutlich überlegen. “TECTOSIL” schütz die empfindlichen Solarzellen effektiv und dauerhaft vor mechanischen und chemischen Belastungen. Das Material sei nicht-korrosiv und eigne sich für alle Modultypen. Die 24. Europäische Solarenergiekonferenz findet vom 21. bis 24. September in Hamburg statt.

Niedrigere Fertigungskosten und gleich bleibende Qualität
“TECTOSIL” ist laut Wacker eine flexible und hochtransparente, elektrisch isolierende Folie aus einem Silicon-Organo-Copolymer. Wegen seiner thermoplastischen Eigenschaften könne dieser silicon-basierte Kunststoff zeit- und kostensparend – ohne Vulkanisation und damit ohne eine chemische Reaktion – verarbeitet werden. Hierin unterscheide sich “TECTOSIL” von den gebräuchlichen Einkapselungsmaterialien. Für den Laminierprozess bedeute das: kurze Zykluszeiten und eine hohe Toleranz gegenüber örtlichen, im Laminator auftretenden Temperaturunterschieden. “TECTOSIL” Folien ermöglichen einen Fortschritt hinsichtlich niedrigerer Fertigungskosten und sorgen für eine von Modul zu Modul gleich bleibende Qualität, betont der Hersteller. In “TECTOSIL” eingekapselte Solarzellen seien optimal vor mechanischen und chemischen Belastungen geschützt. Das Material verbinde die Komponenten eines Photovoltaik-Moduls zu einem stabilen Laminat. Da es in einem sehr großen Temperaturbereich hochelastisch und äußerst flexibel sei, könne es die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungen der im Laminat eingesetzten Materialien ausgleichen. Auf diese Weise garantiere “TECTOSIL” eine spannungsfreie Einkapselung der Solarzellen.

Keine Eintrübung, Vergilben ausgeschlossen
Ein weiterer Vorteil des neuen Polymers sei seine chemische Inertheit, die Veränderungen wie Eintrübung oder Vergilben ausschließe. Die Folie enthalte weder Katalysatoren noch korrosiv wirkende Bestandteile. Auch entstünden beim Kontakt mit Feuchtigkeit keine Stoffe, die eine Korrosion auslösen oder Oberflächen schädigen können. Somit eigne sich die Folie auch zur Einkapselung von solchen Solarzellen, die Schichten aus Verbindungshalbleitern enthalten (z. B. Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid, Cadmiumtellurid) oder aus anderen chemisch hoch-empfindlichen Substanzen – etwa aus einem transparenten leitfähigen Oxid. Das Material nehme nahezu kein Wasser auf, stelle eine wirkungsvolle Feuchtigkeitsbarriere dar und bleibe dauerhaft elektrisch isolierend. Aufgrund seiner Eigenschaften ermögliche “TECTOSIL” eine hohe Qualität und eine lange Lebensdauer der Module.

“Tor zu neuen Prozesstechniken”
Als unreaktives Material lässt sich “TECTOSIL” laut Wacker problemlos handhaben. Während des Transports und der Lagerung sei keine Kühlung notwendig. Module, die mit dem neuen Einkapselungsmaterial hergestellt wurden, hätten alle in der IEC 61215 geforderten Tests bestanden. Das Material eigne sich zur Fertigung sämtlicher Modultypen und könne sowohl in Vakuumlaminatoren als auch in kontinuierlichen Prozessen verarbeitet werden. “Damit öffnet ‘TECTOSIL’ das Tor zu neuen Prozesstechniken”, heißt es in der Pressemitteilung.

27.07.2009 | Quelle: Wacker Chemie AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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