ersol Solar Energy AG: Ausgebliebene Trendwende im Photovoltaik-Markt belastet Halbjahresergebnis 2009

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Die ersol Solar Energy AG (ersol, Erfurt), ein Unternehmen der Bosch-Gruppe, konnte mit dem zweiten Quartal 2009 den Konzernumsatz auf 72,9 Millionen Euro erhöhen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 129,9 Millionen Euro lag er damit um 43,9 Prozent niedriger, berichtet das Photovoltaik-Unternehmen in einer Pressemitteilung. Der starke Einbruch lasse sich im Wesentlichen auf die generell schwierige Marktlage zurückführen – insbesondere im internationalen Geschäft – die allgemeine Nachfrageschwäche in Verbindung mit einem deutlichen Preisrückgang bei Solarmodulen und -zellen sowie das aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise schwächere Photovoltaik-Projektgeschäft, betont ersol.
Dementsprechend zeige auch die Verteilung der Umsätze der ersol-Gruppe nach Regionen eine deutliche Abschwächung des internationalen Geschäfts. Die Exportquote sank um 55,4 Prozentpunkte von 72,6 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 17,2 Prozent im ersten Halbjahr 2009.

EBIT deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraumes
Der Inlandsumsatz belief sich in den ersten sechs Monaten 2009 auf 82,8 Prozent (Vorjahr: 27,4 Prozent). 9,6 Prozent der Umsatzerlöse wurden im europäischen Ausland erzielt. Die Entscheidung Spaniens, den geförderten Photovoltaik-Zubau im Jahr 2009 auf 0,5 Gigawatt (GWp) zu begrenzen, führte dazu, dass sich der Umsatzanteil auf 0,1 Prozent reduzierte (Vorjahr: 17,7 Prozent). Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) lag mit minus 10,6 Millionen Euro deutlich unter dem des Vorjahreszeitraumes (22,4 Millionen Euro). Bei gesonderter Betrachtung des zweiten Quartals 2009 beträgt das EBIT minus 13,7 Millionen Euro, so dass der Rückgang im Wesentlichen auf die anhaltend negative Marktentwicklung zurückzuführen sei. Die EBIT-Marge reduzierte sich im gleichen Zuge von 17,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf minus 14,5 Prozent in den ersten sechs Monaten 2009.

Deutlicher Anstieg der Vorräte an Solarmodulen
Das Ergebnis vor Steuern ging im Vergleich zum Vorjahr (18,6 Millionen Euro) auf minus 13,4 Millionen Euro deutlich zurück. Der Nettomittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit (operativer Cashflow) belief sich im ersten Halbjahr 2009 auf 70,3 Millionen Euro und erhöhte sich damit um 57,8 Millionen Euro gegenüber 12,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Veränderung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 sei im Wesentlichen auf das negative Betriebsergebnis sowie den deutlichen Anstieg der Vorräte aufgrund der Nachfrageschwäche bei Solarmodulen zurückzuführen, betont ersol. Demgegenüber stand eine deutliche Senkung der Zinsaufwendungen, die aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus nahezu halbiert werden konnten.

Vorstandsvorsitzender von Hebel erwartet negatives Betriebsergebnis (EBIT)
Auch an ersol gehe die aktuelle Marktlage nicht spurlos vorüber, so das Unternehmen. Anhaltender Preisdruck durch vorhandene Überkapazitäten und ein Wandel des Marktes zum Käufermarkt schlagen sich in den Kurzfristprognosen nieder. “Unsere Unternehmenszahlen 2009 werden sich deutlich schwächer entwickeln als ursprünglich angenommen. Wir erwarten nun einen Umsatz unter 300 Millionen Euro und ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Wesentliche Gründe für den Rückgang sind ein gegenüber 2008 rückläufiger Gesamtmarkt insbesondere durch massive Einschränkungen des spanischen Photovoltaikmarktes, die schwerste Weltwirtschaftskrise der vergangenen Jahrzehnte und das daraus resultierende erhebliche Überangebot bei Solarmodulen und -zellen, was zu einem extremen Preisdruck und letztendlich zu einem deutlichen Preisrückgang von bis zu 30 Prozent im ersten Halbjahr 2009 geführt hat. Zusätzlich schwächt die aufgrund der Finanzmarktkrise immer noch bestehende ‘Kreditklemme’ das weltweite Projektgeschäft”, beschreibt Holger von Hebel, Vorstandsvorsitzender von ersol, die aktuelle Marktlage und gibt einen Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr. Dennoch blieben die mittel- und langfristigen Perspektiven der Branche positiv, da regenerative Energien und damit auch die Photovoltaik eine bedeutende Rolle im künftigen Energiemix spielen würden. Zukunftsmärkte seien neben Südeuropa insbesondere Nordamerika und Asien, allen voran China, das mit erheblicher staatlicher Unterstützung den Ausbau regenerativer Energien vorantreiben will.

Finanzierung der Ausbauvorhaben über Konzerndarlehen und mit EU-Fördermitteln
“Sicherlich stehen wir vor großen Herausforderungen, aber als hoch innovatives Unternehmen mit integrierter Wertschöpfungskette wird ersol eine wichtige Rolle im zukünftigen Photovoltaikmarkt spielen. An den Endzielen für unsere aktuellen Ausbaupläne halten wir grundsätzlich fest, lediglich der Hochlauf neuer Kapazitäten wird der kurzfristigen Nachfragesituation folgend angepasst. Die Finanzierung der Ausbauvorhaben ist über Konzerndarlehen gesichert und die EU-Fördermittel wurden uns zugesagt”, ergänzt von Hebel.
Nähere Angaben zu den Geschäftszahlen für das 1. Halbjahr 2009 liefert der am 14.08.2009 veröffentlichte Zwischenbericht der ersol Solar Energy AG zum 30. Juni 2009 auf der Internetseite des Unternehmens.

14.08.2009 | Quelle: ersol Solar Energy AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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