Frankreich investiert kräftig in die Solarenergie; Regierung verfolgt ehrgeizige Ausbaupläne

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Auf der Feier zum Start eines Gemeinschaftsunternehmens von EDF Energies Nouvelles und des amerikanischen Solarmodulherstellers First Solar, das eine Photovoltaik-Fabrik in Frankreich errichten soll, bestätigte der französische Minister für Ökologie und Energie, Jean-Louis Borloo, am 23. Juli 2009 erneut das ehrgeizige Ziel der franzosischen Regierung, Frankreich zum Weltmarktführer in Sachen erneuerbare Energien zu machen. Diese Investitionen sollen zu einer wettbewerbsfähigen Erzeugung von Solarstrom führen, wobei Borloo ebenfalls die Bedeutung weiterer regenerativer Energieformen betonte (Windkraft, Biomasse, Erdwarme). Der Minister wies darauf hin, dass “ausländische Investitionen in Frankreich gut sind, die Entwicklung der eigenen Technologien in Frankreich jedoch noch besser”.

Stromversorger EDF soll gebäudeintegrierte Solarstromanlagen unterstützen
Viele bedeutende Forschungszentren schlossen sich 2006 innerhalb des französischen Instituts für Solarenergie (INES) zusammen. Borloo wandte sich in diesem Zusammenhang mit der Bitte an EDF, den franzoöischen Sektor der gebäudeintegrierten Solarstromanlagen zu unterstützen, der von den Unternehmen Photowatt und Tenesol (einer gemeinsamen Tochtergesellschaft von EDF und Total) angeführt wird.
Was die “internationale Strategie” zur Forderung der nichtfossilen Energien betrifft, so hängt diese von der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) ab, deren Hauptsitz in Masdar City (Abu Dhabi) liegt und die von der Französin Helene Pelosse geleitet wird, einer ehemaligen Mitarbeiterin von Borloo, so die Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland in ihrer Pressemitteilung.

EDF und First Solar investieren 90 Millionen Euro in Modulproduktion
Diese politischen und industriellen Initiativen gehen laut Botschaft Hand in Hand mit der vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy am 9. Juni 2009 während seiner INES-Besichtigung erläuterten Strategie. Frankreich, das seine Politik fast vollständig auf die Kernenergie ausgerichtet und die anderen Energieformen auf das Notwendigste reduziert hatte, will seinen Rückstand nun wieder aufholen. Ziel des Vorhabens von EDF und First Solar ist der Bau einer Fabrik, die mit Dünnschichttechnik Solarmodule mit einer Anfangsleistung von 100 Megawatt (MW) pro Jahr herstellen wird. Durch die neue Fertigungsstrecke sollen 300 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 90 Millionen Euro und entfällt zu jeweils 50 % auf die Partner. Mike Ahearn, Vorstandsvorsitzender von First Solar, und Paris Mouratoglou, Generaldirektor von EDF EN, begrüßten die Initiative des französischen Staates, der die notwendigen Voraussetzungen zur Umsetzung dieses Projektes geschaffen hat: Vorgabe künftiger Leistungen (5.400 MW im Jahr 2020) und Garantie für die Unternehmer, dass der Stromeinspeisestarif von EDF so lange stabil bleibt, bis die Branche auch ohne Subventionen auskommen kann.

Günstige Voraussetzungen für den Solar-Markt in Frankreich
Mouratoglou ist davon überzeugt, dass Frankreich, dank seiner Bevölkerung, seiner Technologien und der Sonneneinstrahlungsdauer die wichtigsten Voraussetzungen erfüllt, um zu einem “bedeutenden Markt” aufzusteigen. Dafür ist es notwendig, die vollständige Bandbreite des Sektors abzudecken, d.h. von der Modulherstellung bis hin zur Stromerzeugung selbst. Die Länder, die massiv in die Solarenergie investieren (Deutschland, Vereinigten Staaten, China, usw.), haben damit einen neuen nationalen Industriezweig geschaffen. “Und die Verbraucher werden es bestimmt zu schätzen wissen, dass ihre Solaranlagen zum Teil im eigenen Land herstellt werden, was Zehntausende neuer Arbeitsplatze schafft”, heißt es in der Pressemitteilung. “Die Kosten sind der einzige Faktor, der die Entwicklung der Photovoltaik gebremst hat. Der Industrie ist es dennoch gelungen, diese schnell zu verringern”, zitiert die Botschaft eine Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney im Auftrag des europäischen Verbandes der Photovoltaikindustrie (EPIA). Die Autoren sind der Auffassung, dass “technische Forschritte neue Kostenreduzierungen ermöglichen werden”. Ihrer Meinung nach konnten im Jahr 2020 bereits 57 % bis 76 % des Solarstroms ohne Subventionen produziert werden.

17.08.2009 | Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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