Österreich: Solarwärme trotzt der Wirtschaftskrise

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Im Gegensatz zur Photovoltaikbranche setzt sich der Boom bei Solaranlagen zur Warmwasser-Bereitung und Heizungsunterstützung in Österreich weiter fort. “Zurückzuführen ist diese ungebrochene Steigerung der Förderanträge auf die Verunsicherung der Konsumenten bei den Gas- und Ölpreisen. Lieferengpässe und hohe Preise – wie sie auch jetzt gerade wieder bei Öl zu beobachten sind – lassen viele zu Solarwärmeanlagen greifen”, erläutert Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar. Auch die Branche habe ihre Hausaufgaben gemacht. “Verstärktes Marketing der Firmen, ein sehr erfolgreicher Tag der Sonne sowie eine Radiokampagne haben heuer zusätzlich zur Fortsetzung des Erfolges beigetragen”, so Hackstock weiter.
Bis zu 65% mehr Förderanträge in den Bundesländern
Besonders stark haben sich die Förderanträge in Nieder- und Oberösterreich erhöht. In Oberösterreich stiegen die Anträge um 50 %, in Niederösterreich sogar um 65 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2008. Zum April 2009 wurde in Niederösterreich die Maximalförderung für Solar-Heizungen von 2.500 € auf 5.000 € erhöht, was auch die Förderanträge im zweiten Halbjahr 2009 steigen lassen wird, erwartet Austria Solar.

Solarwärme-Branche als verlässlicher Arbeitgeber
Nach dem Boomjahr 2008, in dem die Solarthermie-Branche massiv Personal aufgestockt hat, kann 2009 dieser Personalstand trotz Wirtschafts- und Finanzkrise gehalten werden, betont Austria Solar. Für das Jahr 2010 seien bereits Personalausweitungen aufgrund aktueller Standortinvestitionen geplant. In einigen Unternehmen konnte nach Angaben des Verbandes im ersten Halbjahr 2009 sogar zusätzliches Personal eingestellt werden, in Einzelfällen sei der Personalstand sogar um bis zu 25 % aufgestockt worden. Gefragt seien vor allem Fachkräfte, die zunehmend von traditionellen Branchen ins zukunftsträchtige Solar-Geschäft wechseln.

Solarwärme als Eckpfeiler der Energiestrategie Österreichs
Um eine langfristig positive Entwicklung der thermischen Solarenergie zu erreichen, sieht Roger Hackstock noch Handlungsbedarf: “Ein ganz wichtiger Schritt ist die Koppelung der Neubau- und Sanierungsförderungen an den Einsatz von Solarenergie. Alle Bundesländer bis auf Salzburg und Kärnten haben hier bereits Verordnungen erlassen, die beiden Bundesländer hinken der Entwicklung etwas hinterher.” Mit Solarwärme könnte fast die Hälfte des Ausbauzieles der Erneuerbaren bis zum Jahr 2020 erreicht werden. Mit 2,8 Millionen. vermiedenen Tonnen CO2 könne Solarwärme mehr als ein Viertel der notwendigen Reduktion an Treibhausgasen abdecken. Voraussetzung sei die beherzte Umsetzung des Solarwärme-Fahrplans 2020 im Zuge der Energiestrategie Österreichs, der von drei Ministern unterstützt werde. Diese Strategie werde derzeit ausgearbeitet.

27.08.2009 | Quelle: Verband Austria Solar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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