Windenergie: Forschungsplattform FINO3 nimmt ihren laufenden Betrieb 80 km vor Sylt auf

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In Zukunft werden Windenergie-Anlagen nicht nur an Land (onshore), sondern zunehmend auch in der offenen See (offshore) errichtet, um die dort vorherrschenden guten Windverhältnisse zu nutzen. Zur Vorbereitung der Offshore-Windenergienutzung wurde am 31. August 2009 etwa 80 km vor Sylt in der Nordsee die Forschungsplattform FINO3 in Betrieb genommen. Für mindestens 10 Jahre soll FINO3 Daten liefern und dabei Wellenhöhen von über 18 Metern standhalten.
Im laufenden Betrieb wird FINO3 neben der Erhebung meteorologischer und ozeanographischer Daten sowie Beobachtungen des Vogelzugs eine Reihe technischer Parameter messen, etwa Windturbulenzen, Blitzschläge und Wechselwirkungen von Fundament und Boden.
Signal für den Ausbau der Offshore-Windenergie vor Schleswig-Holsteins Westküste
Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte während einer Veranstaltung am Montag im Schloss vor Husum. Nachdem Björn Lehmann-Matthaei, Geschäftsführer der Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, einen Überblick zu FINO3 gegeben hatte, flogen Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel und Ministerialrat Udo Paschedag, Leiter des Referats Wasserkraft, Windenergie und Netzintegration der Erneuerbaren Energien im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), zusammen mit dem Projektleiter Jan Bachmann per Hubschrauber zur Plattform, um vor Ort den Betrieb zu starten.
Für Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel ist die Inbetriebnahme der Forschungsplattform FINO3 das Signal für den Ausbau der Offshore-Windenergie vor Schleswig-Holsteins Westküste. “Windanlagenhersteller, Planer und Betreiber benötigen zuverlässige Daten für den Betrieb von Windenergieanlagen unter den rauen Bedingungen der Nordsee. Diese Daten erhalten sie jetzt unmittelbar aus dem Bereich vor unserer Küste. Zulieferindustrie und Dienstleistungsunternehmen können damit noch konsequenter als bisher in dieses Marktsegment einsteigen”, sagte Biel. FINO3 liefere damit die Basis für neue, zukunftsweisende Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein.”
Die Plattform wird mit Inbetriebnahme auch konkret für Forschungsarbeiten genutzt. Das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein fördert in dem Zusammenhang zwei zukunftsweisende Projekte, die der Verbesserung der Sicherheit bzw. der Effizienz von Offshore-Windenergieanlagen dienen: Mit über 290.000 € wird ein Projekt zur Messung und Analyse hochfrequenter Turbulenzanteile im Offshore-Wind zur Optimierung von aerodynamischen Blattprofilen gefördert. Des Weiteren wird mit knapp 250.000 € ein Projekt unterstützt, bei dem Blitzhäufigkeiten und Blitzstromparameter gemessen werden, um die potenziellen Auswirkungen auf Offshore-Windparks zu ermitteln.

02.09.2009 | Quelle: Forschungs- und Entwicklungszentrum; Fachhochschule Kiel GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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