Neue Studie belegt großes Potenzial der Solarthermie in Europa

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Die neue Studie “Potential of Solar Thermal in Europe” zeigt das Wachstumspotenzial der Heizung und Kühlung mit Solarwärme in Europa. Nach Angabe des europäischen Solarwärme-Industrieverbandes ESTIF kann die Solarthermie-Industrie einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung des Ziels von 20% erneuerbarer Energien erreichen, das die EU mit ihrer neuen Richtlinie (RES Directive) gesetzt hat.
Autoren der Studie sind Werner Weiss vom Institut für Nachhaltige Technologien AEE Intec und Dr. Peter Biermayr von der TU Wien. Um der EU und ihren Mitgliedsstaaten fundierte Informationen zum möglichen Beitrag, den Solarwärme für die Erreichung der RES-Richtlinie leisten kann, zu liefern, sind laut ESTIF Untersuchungen in Österreich, Dänemark, Deutschland, Polen und Spanien durchgeführt worden. Die Informationen seien auf die 27 EU-Länder hochgerechnet und der künftige Heiz- und Kühlbedarf für 2020, 2030 und 2050 kalkuliert worden. Dabei hätten die Wissenschaftler den Rückgang im gesamten Bedarf berücksichtigt, der sich durch die EU-weiten Energieeinsparungsmaßnahmen ergebe, heißt es in der Pressemitteilung.

47 % des Niedrigwärme-Bedarfs können bis 2050 mit Solarwärme gedeckt werden
Nach dem ehrgeizigsten Szenario, könne Solarwärme 6,3 % zum Ziel der EU beitragen, 20 % des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies entspreche einer jährlichen Wachstumsrate der Solarthermie-Branche von 26 %. 2008 habe der europäische Solarwärmemarkt ein spektakuläres Wachstum von 60 % erfahren, erklärt ESTIF zu diesem Szenario. Solarwärme habe zudem das Potenzial, bis 2050 47 % des Niedrigwärme-Bedarfs der EU zu decken, heißt es in der Pressemitteilung.

470.000 Vollzeitarbeitsplätze in der Solarwärme-Branche
Hinsichtlich wirtschaftlicher Auswirkungen wäre der Einfluss auf die Beschäftigung beträchtlich, so ESTIF über die Studie. Insgesamt könnte der Solarwärme-Sektor bis 2020 470.000-Vollstellen allein im EU-Markt stellen. “Der Solarwärme-Markt erwartet ein großes Wachstum in den kommenden Jahren, da Energie- und Klimaschutzrichtlinien die Heizung und Brauchwassererwärmung mit erneuerbaren Energien auf der Tagesordnung nach oben rücken lassen”, erklärt ESTIF-Präsident Olivier Drücke. Viele der führenden Hersteller seien bereits dabei, ihre Produktionskapazitäten auszuweiten und würden in Erwartung eines weiteren Wachstums in bisher unerschlossene Märkte vordringen, so der Verband. Durch die Entwicklung neuer Anwendungen, beispielsweise für solares Heizen und Kühlen in Großgebäuden sowie für industrielle Prozesse, schaffe die Solarwärmeindustrie neue Märkte und arbeite aktiv für eine nachhaltigere Gesellschaft.

Studie und Zusammenfassungen im Internet
Die Studie kann heruntergeladen werden unter: www.estif.org.
Zusammenfassungen sind erhältlich in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Polnisch und Spanisch.

05.10.2009 | Quelle: Europäischer Solarwärme-Industrieverband (ESTIF) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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