TU Darmstadt tritt zur Titelverteidigung beim Solar Decathlon an

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Der Solar Decathlon 2009, der vom US-Energieministerium veranstaltete Wettbewerb um das beste Solar-Haus, ist am 08.10.2009 gestartet. Mit dabei ist ein Team der TU Darmstadt, das nach dem ersten Platz 2007 zur Titelverteidigung in die USA gereist ist. Der neue Entwurf eines studentischen Teams unter der Leitung von Prof. Hegger im Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen des Fachbereichs Architektur der TU baue auf den Erfahrungen von 2007 auf, sei aber inhaltlich und gestalterisch eigenständig, so die TU in einer Pressemitteilung. Der Entwurf aus Darmstadt werde energetisch hochleistungsfähig sein. Dazu werde der Energiebedarf minimiert, indem die thermische Hülle durch hoch wärmedämmende und luftdichte Bauteile optimiert sowie das Gebäude mit einer geregelten Lüftung und Wärmerückgewinnung ausgestattet wird. In einem weiteren Schritt erfolge eine verbesserte Energiebereitstellung durch eine Wärmepumpe.

Konzentration auf Photovoltaik, Verzicht auf Solarthermie
Der letzte Schritt sei die Maximierung des Energiegewinns an der Gebäudehülle durch den Einsatz unterschiedlicher Photovoltaik-Technologien. Dazu werde nicht nur das Dach, sondern auch die Fassade mit Photovoltaik belegt. Sie sei somit nicht mehr nur aus gestalterischer Sicht ein zentraler Bestandteil des Entwurfs, sondern rücke auch unter technologischen Gesichtspunkten in den Mittelpunkt und bildet eine solar-aktive Schicht. Bewusst werde dabei mit Photovoltaik nur eine Form der Energiegewinnung eingesetzt und auf die Solarthermie vollständig verzichtet, so die TU Darmstadt. Das habe bereits im Vorfeld des Wettbewerbs zu einem ersten Erfolg geführt, da das Gebäude in der gewichteten Liste der “Solar Power Plant Capacities” das beste Resultat erzielt habe. Dem aktuellen Entwurf liege ein Ein-Raum-Konzept zu Grunde, das trotz einer relativ kleinen Grundfläche von ca. 75 m² das Gefühl von Großzügigkeit ermögliche. Um diesen Raum frei und flexibel zu gestalten, seien Funktionen wie Haustechnik, Küche, Erschließung und Sanitäreinrichtungen in einem freistehenden “Möbel” untergebracht. Die Rückzugsbereiche zum Schlafen und Arbeiten seien durch Niveauversprünge von der Hauptzone abgegrenzt. Diese Zonierung ermögliche Blickbezüge über verschiedenen Ebenen und verstärke den Effekt der Weitläufigkeit.

20 Universitäten im “solaren Zehnkampf”
Der Solar Decathlon ist ein vom amerikanischen Energieministerium ausgeschriebener internationaler Wettbewerb mit dem Ziel, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre 2015 zu entwerfen. In diesem “solaren Zehnkampf” treten 20 studentische Teams aus nordamerikanischen Universitäten sowie aus Madrid und Darmstadt gegeneinander an. Die Häuser der 20 teilnehmenden Universitäten werden im Original auf der National Mall in Washington D.C. in unmittelbarer Nähe zum Weißen Haus gebaut und werden dort in zehn Disziplinen miteinander verglichen: Architektur, Marktfähigkeit, technologische Umsetzung, Lichtkonzept, Kommunikation, thermische Behaglichkeit, warmes Wasser, technische Ausstattung, Home Entertainment und Energiegewinnung.
Das Siegerteam des Solar Decathlon 2007 von der TU Darmstadt hatte nach dem Wettbewerb in den USA auch den Hessischen Holzbaupreis 2008 gewonnen, den Bauweltpreis 2009 in der Kategorie Prototypen sowie den studentischen Sonderpreis des DETAIL Preises 2009.

14.10.2009 | Quelle: TU Darmstadt | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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